Düsseldorf: Sirenen heulten zur Probe
VON SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 04.12.2009 - 11:29Düsseldorf (RPO). Über das Stadtgebiet verteilt stehen 68 Sirenenanlagen. Mit deren Heulton werden Bürger auf größerem Raum vor Schadstoffen gewarnt und dazu aufgefordert, das Radio einzuschalten, um sich über die nötigen Verhaltenweise zu informieren. Am Freitag wurden die Anlagen getestet.
Um 11 Uhr ertönten in der Stadt die Sirenen. Damit überprüfte die Feuerwehr, ob die Warnanlagen funktionieren. Wer die Töne an seinem Wohnort nicht oder nur leise hörte, sollte dies den Mitarbeitern des Gefahrentelefons unter der Rufnummer 0211 - 8 99 38 38 (Freitag von 10.45 bis 11.45 Uhr) mitteilen.
Welche Töne waren zu hören?
Um 11 Uhr begann ein einminütiger so genannter Entwarnungston. Zu hören war dann ein ansteigender Dauerton, der am Ende des Signals in der Tonhöhe wieder abstieg. Nach fünfminütiger Pause erklang dann um 11.06 Uhr der eigentliche Warnton – Heulton genannt –, mit dem vor Gefahren gewarnt wurde. Für die Dauer einer Minute war ein auf- und abschwellender Ton zu hören. Beendet wurde der Sirenenalarm mit einem erneuten einminütigen Entwarnungston um 11.12 Uhr.
Vor welchen Gefahren warnt der Heulton im Ernstfall?
Wenn Bürger sich vor chemischen Schadstoffen oder auch Rauchbrand in Sicherheit bringen müssen, dann kann die Sirene zum Einsatz kommen. Die Hemmschwelle, dies auch zu tun, ist aber laut Feuerwehr-Sprecher Hans Jochen Hermes "sehr hoch". Da die Sirene gerade auch bei älteren Leuten, die sich durch das Signal an den Krieg erinnert fühlen, viele Ängste weckt, warnt die Feuerwehr möglichst über Lautsprecher. Wenn aber ein großer Raum betroffen ist – das gesamte Stadtgebiet oder mehrere Stadtteile – , ist dies mit Lautsprechern nicht mehr zu leisten. Dann sind die Signaltöne gefragt. Vor allem stellt der durchdringende Laut auch nachts sicher, dass die Menschen geweckt und gewarnt werden.
Was ist im Ernstfall zu tun?
Das Warnsignal fordert die Bürger dazu auf, ihr Radio einzuschalten. Bei Antenne Düsseldorf und WDR 2 werden auch in der Nacht Durchsagen gesendet, in denen über die nötigen Verhaltensweisen informiert wird. Diese sollten dann so lange beachtet werden, bis der Entwarnungston erklingt.
Wie ist das Stadtgebiet mit Sirenen ausgestattet?
Zurzeit gibt es in der Stadt 68 Sirenen, die mehr als 90 Prozent des bebauten Stadtgebiets abdecken. In den 1990er Jahren waren die technisch veralteten und teuren Sirenen des Bundes für den Luftschutz abgebaut worden. Nur noch einige wenige Standorte zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr blieben erhalten. 1999 begann Düsseldorf mit der Planung für ein neues Sirenenwarnsystem. Für den Aufbau von 57 neuen Sirenen hat die Stadt 1,3 Millionen Euro investiert – 14 davon wurden in diesem Jahr installiert hinzu. Bis 2010 soll die Zahl auf 72 aufgestockt werden, um Lücken in Randbezirken zu schließen.
Wo gibt es weitere Informationen?
In den Bürgerbüros, Bezirksverwaltungsstellen und anderen städtischen Stellen liegen Informationsblätter zu den Sirenensignalen aus.
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