Weltcup am Rhein: Ski-Event 2012 in Mönchengladbach?
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 05.12.2011 - 07:38Düsseldorf (RP). Das Skiweltcup-Wochenende litt unter Dauerregen. 2012 machen die Athleten Pause von Düsseldorf und Station in Québec. Schon diesmal wirkte das Event abgespeckt.
Die Verantwortlichen versichern zwar, dass die Ski-Stars 2013 wieder an den Rhein kommen. Aber: Andere Städte haben Interesse.
Familie Jay aus dem französischen Wintersportort Les Mennires wusste, dass es hart wird. Ohnehin dick vermummt legten die Vier rote Plastikregenjacken an, "um abzudichten", wie Vater Herve sagte. Doch es half kaum etwas: Der Skilanglauf-Weltcup am Rheinufer ertrank zum Jubiläum im Dauerregen. Es war die zehnte Auflage der Rennen.
Die Athleten bemühten sich nach Kräften, und die verbliebenen Fans wollten Stimmung machen. Im Regen starb aber viel von dem Jubel und der Anfeuerung, die den Weltcupstandort Düsseldorf die Jahre zuvor so attraktiv gemacht hatten. Das Rahmenprogramm mit Zirkus, Karussells, Kinderspaß auf der großen Burgplatzbühne, die Arag-Rodelbahn: All das war klasse. Und doch schien dieses Jahr einiges abgespeckt. Es gab wesentlich weniger Stände. Auch das schweizerische Dorf, das in den Jahren zuvor für Remmidemmi sorgte und jetzt fehlt, hinterlässt eine Lücke.
Probleme bei Premiere
Im Jahr 2002 wurden die eigentlich an zwei Tagen vorgesehenen Rennen ebenfalls durch das Wetter gestört. Am Sonntag sollten die Team-Rennen stattfinden. Allerdings stürmte es in Düsseldorf so stark, dass diese Rennen ausfallen mussten.
Auch wenn die Sportagentur gestern von sehr optimistisch geschätzten 100 000 Zuschauern bei dem Rennen sprach, scheint die Stadt Düsseldorf als Skiweltcup-Ort auf dem Prüfstand zu stehen. 2012 muss man als Austragungsort pausieren, weil der Skilanglauf-Zirkus dann in Québec/Kanada auf die Piste geht. Die Stadt hat zwar einen Vertrag, danach wieder bis 2015 an den Rhein zurückzukehren. 100 Prozent sicher ist das aber nicht.
Oberbürgermeister Dirk Elbers nimmt das gelassen. Er setzt auf die Gespräche mit allen Beteiligten im nächsten Jahr. "Dabei wollen wir uns einsetzen, dass der Weltcup wieder nach Düsseldorf kommt." Es gebe auch keine Hinweise, dass es nicht klappen werde, sagte Elbers. Christina Begale, Geschäftsführerin der Sportagentur Düsseldorf, setzt ganz auf die FIS. Die Internationale Ski Vereinigung hat an diesem Wochenende mehrfach betont, dass man 2013 wieder am Rhein laufen wolle. Auch die Athleten und Bundestrainer Jochen Behle sind voll des Lobes der Verhältnisse und der Organisation in Düsseldorf.
Und trotzdem muss sich die Landeshauptstadt der härter werdenden Konkurrenz erwehren. Beobachter-Teams aus dem kanadischen Québec, Mailand und Moskau lernten am Wochenende von der Organisation in Düsseldorf. Sie rangeln künftig mit der Landeshauptstadt um einen Termin im Weltcup-Kalender.
Doch auch ganz in der Nähe erwächst Konkurrenz. Zwar nicht als Standort für Skilanglauf-Weltcuprennen, aber doch als Ort eines Ski-Events mit hunderttausenden Zuschauern. Bereits von 1998 bis 2001 war die Hindenburgstraße in Mönchengladbach Ort für ein Skispektakel mit jeweils 300 000 Zuschauern. Das Publikum konnte auf die Piste, Altstars wie Rosi Mittermaier kamen und die Synchro-Fahrer fuhren um Weltcup-Punkte. Der Vorsitzende des Citymanagements Mönchengladbach, Stefan Wimmers, denkt drüber nach, das Event wiederzubeleben.
Da mit der Leitung des neuen Einkaufszentrums von Mfi ohnehin Verhandlungen über Sponsoring stattfänden, gehe es sicherlich auch darum, die nötigen Mittel für ein Ski-Ereignis in der Innenstadt aufzutreiben. Ließe sich der finanzielle Aspekt lösen, bliebe noch der Schnee. Der kam damals von Allrounder, seit 2001 Betreiber der Skihalle in Neuss. Nachdem das Event in Mönchengladbach endete, belieferte Allrounder einen anderen mit Schnee: die Skiweltcuprennen in Düsseldorf. Und die haben 2012 ohnehin Pause in Düsseldorf.
Mehr zum Ski-Weltcup lesen Sie in unserem Special.
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