Sanierungskonzept: SkyTrain steht sechs Monate still
zuletzt aktualisiert: 17.10.2005 - 17:01Düsseldorf (dto). Der technisch angeschlagene SkyTrain am Düsseldorfer Flughafen wird in den kommenden Monaten generalüberholt. Der Airport und Siemens Transport Systems haben sich nach monatelangem Hickhack um zahlreiche Ausfälle der Schwebebahn auf ein umfassendes Sanierungskonzept geeinigt. Dafür muss die Bahn bereits im November mehrfach stillgelegt werden, teilte Siemens am Montag mit. Zwischen März und September 2006 soll die 87 Millionen Euro teure HighTech-Bahn gar nicht fahren.
Ziel ist es, den im Siemens-Jargon als „Personentransportsystem“ bezeichneten SkyTrain bis Ende kommenden Jahres in einen „vertragsgerechten Zustand zu bringen“, so Siemens-Sprecherin Nicole Weber. Ende 2006 würde dann die Endabnahme für ein Millionenprojekt erfolgen, das Ende der 90er Jahre beauftragt und bereits zur Eröffnung des neuen Flughafenterminals im Jahr 2002 Startschwierigkeiten hatte. Erst Wochen nach der Terminaleröffnung setzte sich der SkyTrain in Bewegung. Dann folgte eine beispiellose monatelange Pannenserie, die den SkyTrain und Siemens zur Lachnummer machten. während der insgesamt 1.204 Betriebstage musste die HighTech-Bahn 53 Tage im Depot bleiben, weil etwas defekt war. Warum es erst jetzt zu der Einigung in Form eines Sanierungsplanes gekommen war, wollte Weber nicht kommentieren.
Ende der Pannen-Story?
Für die Stadt Düsseldorf, als 50-prozentige Anteilseignerin am Flughafen, hatte Oberbürgermeister Joachim Erwin schon laut über eine "Rückabwicklung" des Millionenprojektes nachgedacht. „Mit dem Sanierungskonzept wird die Grundlage für einen Abschluss des Projektes fixiert. Wir gehen davon aus, dass Siemens in der gesetzten Frist eine vertragsgemäße Leistung erbringen wird“, so Flughafen-Chef Rainer Schwarz am Montag. "Siemens Transport Systeme"-Vorstand Hans M. Schabert, verspricht: „Wir werden alles daransetzen, dieses Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Verzögerungen und Ausfälle, wie sie in den zurückliegenden Jahren bedauerlicherweise vorgekommen sind, werden nach Umsetzung der Maßnahmen der Vergangenheit angehören.“
Die ersten Arbeiten am SkyTrain haben bereits begonnen und sind noch Teil des Liefervertrages. Danach beginnen die Sanierungsarbeiten, der gerade erst drei Jahre alten Bahn, die ab März, in der verkehrreichsten Zeit des Airports, für sechs Monate stillgelegt wird. In dem Zeitraum liegen Oster- und Sommerferien. Der Zeitraum sei von Siemens so vorgegeben worden, sagt Flughafensprecher Torsten Hiermann, der froh ist, dass nach dem monatelangen Hin und Her jetzt konkret etwas unternommen wird. "Eine solch lange Betreibspause lässt sich aber zu keinem Zeitpunkt neutral darstellen", sagt er, zumal sich die Fluggäste trotz der Pannen bereits an den SkyTrain gewöhnt hätten.
Sechs Monate Pause
Während der Betriebspause werden einige Fahrwegträger und Trägerübergänge zur Verbesserung des Fahrkomforts und des Verschleißverhaltens überarbeitet oder ausgetauscht. Auch der Kabelkanal, in dem die Telekommunikationstechnik für den HighTech-Zug verläuft, muss überholt werden. Dafür wird ein neues Lichtwellenleiterkabel installiert. Auch die insgesamt sechs Züge können im derzeitigen Zustand künftig nicht mehr fahren. Sie werden generalüberholt. Probleme bereitete in der Vergangenheit immer wieder die Fahr-Automatik des eigentlich führerlosen Zuges.
Nach der Umsetzung des Sanierungsplans sollen die Fahrtzeiten zwischen dem Flughafen-Bahnhof, dem Parkhaus 4 sowie den Flughafenterminals A/B und C deutlich kürzer werden verspricht Siemens. Die vertraglich vereinbarte Beförderungskapazität von 2.000 Passagieren pro Stunde und Richtung soll dann in jedem Fall gehalten werden. Bis dahin werden die Passagiere immer wieder in Pendelbusse steigen müssen. "Wir erarbeiten derzeit ein Konzept für die sechs Monate ohne SkyTrain und gehen von erhöhten Personal- und Sachkosten aus", so Flughafensprecher Torsten Hiermann. Die Kosten dafür wird nach dem Sanierungskonzept Siemens übernehmen.
Welche Kosten durch den jetzt erarbeiteten Sanierungsplan insgesamt entstehen, wollte die Siemens-Sprecherin wegen des Börsenganges in den USA nicht sagen. "Nach dem Ende der Sielent Period können Sie gerne wieder fragen", so Siemens-Sprecherin Weber.
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