Ohne Rituale kommt kaum keiner aus: So feiern Prominente Ostern
zuletzt aktualisiert: 20.03.2008 - 08:36Manche machen Urlaub, andere sind schon froh über ein paar terminfreie Tage. Aber ohne Rituale kommt an Ostern kaum keiner aus - von der Eiersuche bis zur geistlichen Musik. RP-Mitarbeiterin Regina Goldlücke hat bei bekannten Düsseldorfern nachgefragt, was sie vorhaben.
Hans-Michael Strahl und seine Frau Ingrid fliegen nach Mallorca. Nicht nur, um auf ihrer Lieblingsinsel die Frühlingssonne zu genießen und mit Freunden das übliche Lamm zu verspeisen. Der HNO-Arzt nutzt die Ostertour traditionell zu einem Treffen mit Peter Maffay. Der Musiker und der Mediziner kümmern sich seit 14 Jahren gemeinsam um das Projekt „Hören mit allen Sinnen“ und bereiten schon jetzt die Herbstferien für Kinder der Gerresheimer Gehörlosenschule vor, die eine Woche in Maffays Camp verbringen dürfen.
Was treibt Claus Thull-Emden am Ostersonntag? „Ich übe Fallen“, gibt der Schauspieler Auskunft - als Vorbereitung auf seine Rolle im „Theater an der Kö“, die er in Kürze von Tim Krüger-Bockelmann übernimmt und mit Slapstick-Einlagen anreichern will. Aber dann muss ein Klassiker her: „Nach dem Spaziergang am Rhein mit meiner Freundin drehe ich die Runde ein zweites Mal, aber ganz allein.“ Wer ihn murmelnd am Löricker Ufer trifft, weiß Bescheid: Thull-Emden deklamiert Goethes „Osterspaziergang“.
Polizeipräsident Herbert Schenkelberg lässt sich gern von der feierlichen Oster-Stimmung in der Kirche anstecken. „So ein Hochamt ist etwas Besonderes. In der Westerwalder Gemeinde Herschbach, wo ich einst Messdiener war, kommen noch viele persönliche Erinnerungen dazu.“ Dort verbringt er die Feiertage im Familienkreis. „Ohne Termine, das allein ist schon viel wert. Meine Mutter kocht gern und aufwändig, also muss der anschließende Spaziergang einfach sein.“
Sportlich mag es Marcellus Hudalla, ganz unabhängig von Ostern. „Jeden Sonntag spiele ich bei Sonnenaufgang Golf, ob es stürmt oder schneit. Danach wird gefrühstückt, aber nicht gebruncht. Ich bin kein Esser, ich bin ein Koster.“ Der Favorit des Gründervaters der Gastroführer-Reihe „Marcellino’s“ passt allerdings prima zum Fest: „Kross und auf beiden Seiten gebratene Spiegeleier, dazu mit Zitrone und Chili verfeinerter Frühlingslauch.“
Das hiesige Wetter dürfte Schauspielerin Marianne Rogée egal sein. Über Ostern besucht sie im fernen Oklahoma ihre Verwandten. „Dort ist der Hund begraben. Egal, wir mögen uns.“ Der USA-Tour fallen die üblichen Rituale zum Opfer, die Matthäus-Passion am Karfreitag und der Ostergottesdienst. So wird es diesmal weder die Gänsehaut bei „Oh Haupt voll Blut und Wunden geben“ noch Mariannes inbrünstigen Gesang bei „Das Grab ist leer“.
Hoteldirektor Jens Vogel bleibt im Lande und kommt kaum zum Entspannen. Noch in dieser Woche zieht er mit seiner Familie von Hannover nach Düsseldorf, um sich nach dem ersten Vierteljahr im „Maritim“ auch privat an seiner neuen Wirkungsstätte zu etablieren. Ab Karfreitag wird er im Hotel gebraucht, wenn allein 1000 Betten mit Teilnehmern der Jedi-Con-Veranstaltung gefüllt sind. Die Eiersuche wäre für die Star Wars-Ritter mühselig, aber den Oster-Brunch ist sicher willkommen.
Marc Heinersdorff und Lebensgefährtin Marlit Schnurr packen am Ostermontag (nach der Hasen-Bescherung für seine Tochter) die bunten Eier als Reiseproviant ein. „Wir machen den Osten unsicher“, sagt der Betreiber des Steinway-Hauses. „Ich war vorher noch nie in Leipzig und Dresden.“ Der 90. Geburtstag von Marlits Oma ist der Anlass des Drei-Tage-Tripps. „Ich werde ihm die Semperoper zeigen“, kündigt die Verlegerin des Messemagazins „Looxx“ an, „dort hat einst meine Tante gesungen, mir aber nichts vererbt. Ich bin eher das Modell Gießkanne“.
Gen Osten zieht es auch Schauspielerin Claudia Burckhardt. Eine Woche bleibt sie in Berlin, verbindet ihren eigenen Auftritt beim Berliner Ensemble, wo sie in „Dr. Faustus“ alle 13 weiblichen Rollen spielt, mit dem Besuch anderer Theater. Sohn Vincent kommt mit, macht sich aber selbständig und wohnt in Kreuzberg bei seinem studierenden Freund Jan Badora, Sprössling der früheren Schauspielhaus-Intendantin Anna Badora, deren Theater in Graz gerade mächtig viel Erfolg hat.
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