Rheinbahn: So funktionieren die neuen Kontrollgeräte
VON PATRICK PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 15:13Die Rheinbahn wird ihre Busse mit Fahrscheindruckern mit integriertem Einstiegskontrollsystem ausrüsten. Im Frühjahr sollen die Geräte in den ersten Bussen installiert werden, die übrigen folgen noch in diesem Jahr.
Mit der neuen Technik will die Rheinbahn Schwarzfahrern das Leben schwerer machen. Die Quote derer, die ohne gültiges Ticket Busse und Bahnen des Verkehrsbetriebes nutzen, liege bei etwa zwei Prozent, sagt Georg Schumacher, Sprecher der Rheinbahn. Diese Quote soll mit den Lesegeräten gesenkt werden. „Bisher führen unsere Busfahrer beim Einstieg eine reine Sichtkontrolle der Fahrkarten durch. Dabei können sie aber nicht erkennen, ob elektronische Tickets überhaupt gültig sind. Das ändert sich jetzt mit dem Scanner.“
Fahrgäste halten ihre elektronischen Karten – wie Ticket 1000 oder 2000 – beziehungsweise den Barcode ihres aus dem Internet ausgedruckten oder aufs Handy geladene Ticket vor den Scanner. Sieht der Fahrer eine grüne Lampe, ist alles in Ordnung. Bei gelbem Licht befindet sich der Kunde nahe der Geltungsgrenze seiner Fahrkarte. Rotes Licht bedeutet, dass der Fahrgast keine gültige Karte vorzeigt. Das ist nicht nur im Interesse des ehrlichen Fahrgastes – es hat auch weitere Vorteile für Rheinbahn-Kunden. „Wenn das Gerät das Ticket nicht akzeptiert, kann man Fragen und Probleme direkt mit dem Fahrer klären und sich beraten lassen“, erläutert Georg Schumacher.
Alle Fahrkarten ohne Chip oder Barcode werden weiterhin beim Fahrer vorgezeigt. Das gilt etwa für Einzel- und Vierertickets und auch für die Semestertickets von Studenten.
Viele User von RP ONLINE haben sich bereits zu diesem Thema geäußert. Eine Sorge: mögliche Verspätungen. „Bei der Kontrolle wird sich die Standzeit des Busses an der Haltestelle weiter verzögern“, schreibt zum Beispiel der Leser saint-just. Rheinbahn-Sprecher Schumacher beruhigt: „Wir gehen nicht von längeren Standzeiten aus, im Gegenteil. Durch die Technik wird’s schneller gehen als bisher. Wären solche Verzögerungen zu befürchten, würden wir die Geräte nicht einführen.“ Und ralfk fragt: „Wie und wo werden meine Daten, die auf dem Ticket gespeichert sind, verarbeitet?“ Auch darauf hat Georg Schumacher eine Antwort. Es würden nur die Daten gespeichert, die ohnehin auf der Karte aufgedruckt seien. „Wir tun alles in Abstimmung mit unserem Datenschutzbeauftragten und sammeln keine Kundendaten.“ Bewegungsprofile der Fahrgäste würden ebenfalls nicht erstellt.
Trotz moderner Technik wird die Rheinbahn auch in Zukunft nicht auf Fahrkarten-Kontrolleure verzichten. „Der Mensch ist nicht zu ersetzen“, stellt Schumacher fest. Die Geräte werden vom Hannoveraner Unternehmen „Höft & Wessel“ hergestellt und kosten rund zwei Millionen Euro.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







