Erst zu heiß, dann zu nass: So war der Sommer 2010
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 07:59Düsseldorf (RPO). So etwas gab es lange nicht: Der Juli war viel zu heiß, der August viel zu nass. Unterm Strich jedoch sprechen die Meteorologen von ausgeglichenen Werten. Die Besucherzahlen der Düsseldorfer Freibäder liegen folglich auch nur knapp unter denen des vorigen Jahres.
Alles halb so schlimm, sagen die Fachleute. Während die meisten diesen Sommer unter dem noch sehr frischen Eindruck des völlig missratenen Monats August abgehakt haben, sehen Meteorologen, aber auch die städtischen Bäderbetriebe diesen Sommer durchaus im langjährigen Mittel. Dass es im Juli zu heiß und im August zu nass war, ändert an der bisherigen Gesamtbilanz wenig. Dieser Sommer war nur in Teilen ungewöhnlich.
Vom 1. bis 30. August war es durchschnittlich 17,6 Grad warm – nicht viel kühler als in den Vorjahren, auch wenn viele das völlig anders empfunden haben. Extrem jedoch war die Niederschlagsmenge – 163 Millimeter pro Quadratmeter sind eine Menge Wasser.
Zum Vergleich: Von 1999 bis 2009 betrug die durchschnittliche Niederschlagshöhe im August 92,4 Millimeter. Das entspricht einer Steigerung von rund 76 Prozent. "Damit ist die Niederschlagsmenge in diesem August die größte seit 1969 in Düsseldorf", sagte Guido Halbig vom Deutschen Wetterdienst, als er kürzlich die Bilanz des Monats August erklärte. 1969 gab es einen Wert von 165 Millimetern.
Auch die Freibäder können die Badesaison nicht wirklich als Schlag ins Wasser einstufen. Denn am Ende sieht die Bilanz gar nicht schlecht aus. Das liegt – nach dem katastrophalen August – vor allem am Monat Juli. Der war nicht nur in Düsseldorf der heißeste Monat seit Aufzeichnung der Wetterdaten, was zum Ansturm auf die Freibäder führte. Dieser ging dann prompt im August radikal zurück: Teilweise waren ein paar Dutzend ganz harte Schwimmer unter sich und die Temperaturen des Wassers (knapp über 20 Grad) lagen über denen der Luft.
Addiert man jedoch die Zahlen, ist 2010 kaum anders als 2009: In der jetzt zu Ende gegangenen Saison suchten 346 231 Kinder, Frauen und Männer im Allwetterbad, in Benrath, in Lörick und im Rheinbad Abkühlung und das Sonnenbad, voriges Jahr waren es 349 669 – also nur gut 3400 mehr. Kaum der Rede wert. Das Rheinbad zählte mit 99 453 sogar gut 9000 mehr Badegäste als im vergangenen Jahr.
Spitzenreiter war 2010 wie schon 2009 das Freibad Lörick – jeweils deutlich über 100 000 sprangen dort in die Becken und genossen den Blick auf den Rhein.
Auch die städtischen Gärtner schauen gelassen auf die letzten Wochen. Im Juli habe man lediglich eine Menge Arbeit mit dem Gießen von Bäumen und bestimmten Beeten gehabt, sagte Thomas Eberhardt-Köster, stellvertretender Leiter des Gartenamtes. 56 000 Straßenbäume gebe es in Düsseldorf, aber nur die so genannten Jungbäume (bis zu drei Jahre alt) müssen in längeren Hitzeperioden gegossen werden. Das sind rund 2000 Stück, verteilt aufs gesamte Stadtgebiet.
Rasenflächen überlässt man sich selbst. Regnet es über viele Tage nicht, wird das Gras braun, es verbrennt. Aber der Wurzel macht das nichts, sagt der Fachmann – kaum bekommt sie Wasser, sprießt sie wieder. Und das derzeitige Wetter ist perfekt für die Pflanzen: Es ist vergleichsweise mild und es gibt reichlich Regen. Folge: Gras wächst kräftig und muss gemäht werden.
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