"Stimmungsaufheller" im Savoy: Sonnige Klänge vom Xaver Fischer Trio
zuletzt aktualisiert: 09.06.2005 - 14:52Düsseldorf (dto). Was würde sich ein Fan des Xaver Fischer Trios wünschen, wenn eine gute Fee zu ihm käme und er drei Wünsche frei hätte? Vielleicht, dass die neue CD des Trios so werden soll, wie sie nun geworden ist: „Visit From A Goddess“ knüpft da an, wo „Songs For You“ aufgehört hat – mit zehn neuen Stücken, die auch ohne gute Fee glücklich machen. Und auch ohne gute Fee spielt das Trio am Samstag im Savoy.
Eric Harings (Schlagzeug), Hannes Vesper (Bass) und Xaver Fischer (Wurlitzer & Keyboards) sind das Xaver Fischer Trio und seit Jahren ein Synonym für entspannte, tanzbare und stimmungsvolle Instrumentalmusik mit starkem Jazz-Einfluss. Space-Jazz nennt sich ihr Sound und das sind entspannte Klänge, vor allem von einem E-Piano, verbreiten frohgemute Leichtigkeit. Neben Latin und Brasil sind auch schon mal Keyboard-Figuren zu hören, die von House und Techno beeinflusst zu sein scheinen.
Die neue CD des Trios ist eine, die Spaß macht, die in der Packungsbeilage eindeutig als "Stimmungsaufheller" deklariert werden müsste. Xaver Fischer breitet harmonische Klagteppiche mit Hilfe alter 70er-Jahre-Keyboards aus, mit Fender Rhodes, einem Vocoder, der seinen sporadischen Gesang verfremdet, und vor allem jenem E-Piano. Das ist das Gerät, auf dem Ray Charles im Blues-Brothers-Film loslegt: Es verbreitet einen warm wabernden Klang, der sowohl Fischers Akkorde als auch seine vergnügten Melodielinien trägt. Computerprogramme haben bei ihm im Studio nichts verloren, vor allem programmierte Beats sind ihm ein Gräuel.
Dazu setzt Bassist Hannes Vesper emsige, aber nicht gestresste Akzente, während der Drummer gefällige Fusion-Beats in mittlerem Tempo darüber legt. Das ist Nu-Jazz mit alten Mitteln, ohne DJ, ohne Rapper und ohne Zurschaustellung von Virtuosität. Damit aber auch ohne Ecken und Kanten und oft ohne rechte Kontur. Welches Lied gerade läuft, und ob es da vor wenigen Momenten einen Wechsel gab - schwer zu sagen.
Xaver Fischer und seine Freunde kleben eine perfekte Klangtapete, ideal für Boutiquen, Szenekneipen und Fahrstühle. Nicht, dass die drei schlecht spielten. Nicht, dass ihren Stücken klangliches Raffinement fehlte. Aber was das Besondere an "Visit From A Goddess" sein soll, wird nicht klar. Die Platte ist ein großartiger Stimmungsaufheller und erleichtert auch das Schreiben einer CD-Kritik ungemein. Aber - ohne undankbar sein zu wollen - sie ist auch ein bisschen belanglos.
OPINIO präsentiert: Xaver Fischer Trio im Savoy Theater Düsseldorf (Graf-Adolf-Straße 47), Samstag, 11. Juni 2005, 20 Uhr, Eintritt 12,70 Euro bis 25,30 Euro
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