"Vergangenheit aufgedeckt": Sonntag öffnen 25 Denkmäler
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 13.09.2008 - 15:15Düsseldorf (RPO). Unter dem Motto „Vergangenheit aufgedeckt“ öffnen Sonntag 25 Burgen, Kirchen und Häuser. Sie geben einen Überblick über die Stadt-Entwicklung. Forscher machen mit Berichten und Aktionen Geschichte lebendig. Denkmäler werden erst durch den Spürsinn der Forscher lebendig.
Wenn sie nicht die Historie aufdecken und in einem Gesamtzusammenhang stellen würden, bliebe vieles im Dunkeln, würde vieles falsch gedeutet. Deshalb steht der Tag des Denkmals in diesem Jahr unter dem Motto „Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung“. 25 Baudenkmäler in Düsseldorf öffnen Sonntag, einige bieten zudem ein Programm, das Einblicke in die Vergangenheit gibt.
Vor der Sanierung von Schloss Eller werden noch einmal fürstliche Räume wie der Prinzensaal gezeigt. Da das Schloss in der Geschichte Düsseldorfs eine wichtige Rolle spielt, wird dort der Tag des Denkmals offiziell eröffnet (Heidelberger Straße 34, 11 Uhr, danach Führung durch das Schloss).
Von dort geht es mit einem Shuttle-Bus alle halbe Stunde zur Wasserburg Haus Unterbach. Dort demonstriert die Gruppe Gericheim das Leben in einer mittelalterlichen Burg (Gerresheimer Landstraße 63, 10bis 17Uhr).
Fürstliches Leben ist zudem in Schloss Garath zu erleben (Garather Schlossallee 19, 14 bis 17 Uhr, Führung 15 Uhr).
Die Nutzung eines Schlosses als Ambiente für ein Museum wird im Goethe-Museum im Schloss Jägerhof demonstriert (Jacobistraße 2, 11 bis 17 Uhr, Führung 15 Uhr).
Ohne die Entwicklung der Technik wäre Düsseldorf nicht zur Großstadt geworden. deshalb gibt es einige Einblicke in die Industrie. In Wittlaer ist die Ausstattung eines Wasserwerks Anfang des 20. Jahrhunderts zu sehen (Historisches Wasserwerk Bockum, Wasserwerksweg 60, 10 bis 18 Uhr, mit buntem Programm).
Die Archäologen Peter und Gaby Schulenberg gehören zu den Forschern, die die Geschichte von Bauten oder Gebäudefragmenten anschaulich machen. Sie erklären die Ziegelproduktion bei Führungen an den Ziegeleien Sassen und Jorissen bei Gerresheim. (Treffpunkt Ringofen, Straße Am Wildpark/Bergische Landstraße, 11 bis 17 Uhr).
Als Umschlagzentrum spielte der Düsseldorfer Hafen eine wichtige Rolle. Im heutigen Medienhafen lagen vor Jahrzehnten wichtige Betriebe, die heute Denkmal sind und zwischen der modernen Architektur interessante Akzente setzen. Diese Anhaltspunkte für die ehemalige Hafenindustrie werden bei einer Führung erläutert (Treffpunkt Kaistraße 3, 11 Uhr).
Zur Entwicklung Düsseldorfs hat die Rheinbahn maßgeblich beigetragen. Schon früh hatte sie große Depots und Werkstätten. Der Betriebsbahnhof Am Steinberg ist sogar 100 Jahre alt. Das feiert die Rheinbahn, bietet Einblicke in Werkstatt, präsentiert aktuelle und historische Arbeitswagen, bietet Attraktionen für Kinder sowie kostenlose Rundfahrten mit Oldie-Bahnen auf der gesamten Strecke der Linie 706 auch zu anderen Denkmälern an (Depot Am Steinberg 35, 11bis 18 Uhr).
Teile von alten Bastionen und Befestigungen sind im Stadtbild gegenwärtig, beispielsweise am Alten Hafen. Doch über ihre Bedeutung ist nur wenig bekannt. Wieder eine Gelegenheit für Forscher, mit ihren Erkenntnissen Vergangenheit lebendig werden zu lassen - rund um die Bauten um das Stadtmuseum und die Bastion Maria Amalie (Führung 11 und 14 Uhr, Kasse Stadtmuseum, Berger Allee 2) sowie in der Altstadt und am Rhein (Führung 17.30Uhr, Treffpunkt Burgplatz).
Kirchen sind das ganze Jahr über geöffnet, aber morgen bieten einige ein besonderes Programm oder spezielle Führungen. Einen archäologischen Leckerbissen gibt es in der Kalkumer St. Lambertuskirche. In dem romanischen Bau werden archäologische Funde von der späten Altsteinzeit bis zur Karolingerzeit präsentiert (Oberdorfstraße 2, 10.30 bis 16 Uhr, Führung 14 Uhr).
Auf den Kirchturm hinauf geht es in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Der Ausblick auf Dorf und Flughafen ist ein Erlebnis (Im Grund 97, Turmbesteigung 13, 14 und 15 Uhr, zudem Führungen durch die Kirche).
Rundgänge gibt es zudem in der Lambertus-Basilika (Stiftsplatz1, Führung 14 Uhr), St. Remigius in Wittlaer (Kalkstraße 45, 12 bis 17 Uhr, bei Bedarf) und in der Bunkerkirche Heerdt, die in einen Luftschutzbunker eingebaut worden ist und an die Notzeiten erinnert (Pastor-Klinkhammer-Platz 1, Führungen 10, 13 und 15 Uhr). Extra geöffnet sind die Kapelle im Lantz’schen Park (Führungen 13, 14, 15 Uhr) und die Kirche Alt St. Martin (Martinstraße 72, Führung 15.30, 16.30, 17.30Uhr). Führungen nach Bedarf gibt es zudem in der Dankeskirche (Weststraße 26), der Lutherkirche (Kopernikusstraße 9b) und der Hubertuskirche (Am Broichgraben 64). Kirchliches Leben wird im Jugendhaus Düsseldorf deutlich, dessen Archiv die Jugendbewegung erzählt (Carl-Mosterts-Platz 1. 11 bis 17 Uhr).
Ihren Spürsinn beim Aufdecken der Entstehungsgeschichte bei Denkmälern und für sachgerechte Restaurierung zeigen die Mitarbeiter des Restaurierungszentrums im Kunstmuseum (Voranmeldung unter Telefon 8992466).
Erinnerungen an die gute Schulzeit gibt‘s im historischen Klassenzimmer in der Maxschule (Citadellstraße 2b, 11 bis 16 Uhr).
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