Grüne: "Sozialticket kann kostendeckend sein"
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 07:43Düsseldorf (RPO). Die Düsseldorfer Grünen haben am Montag mit einer neuen Rechnung die Debatte um das Sozialticket wieder angeheizt. Grünen-Verkehrsexperte Norbert Czerwinski, der die Partei auch im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) vertritt, stellte eine Kalkulation vor und erklärte, dass ein "kostendeckendes" Sozialticket (Ticket 1000, Preisstufe A2) zum Preis von 23 Euro möglich sei.
Der VRR-Verwaltungsrat wird voraussichtlich am 25. März die Eckdaten für ein Sozialticket beschließen und im Juni die endgültige Entscheidung fällen. Das Sozialticket könnte dann am 1. August oder 1. Oktober eingeführt werden.
Die Grünen reagieren mit ihrem Vorstoß auf die Kritik der Rheinbahn. Das Nahverkehrsunternehmen hatte in der vergangenen Woche errechnet, dass wegen des Sozialtickets auf das Unternehmen beziehungsweise die Stadt Kosten in Höhe von "mindestens sechs Millionen" Euro zukommen. Das hatte der Rheinbahn den Vorwurf eingebracht, das Sozialticket "absichtlich teuer zu rechnen".
Die neue Rechnung setzt beispielhaft 10 000 Abonnenten für das Sozialticket zum Preis von 23 Euro an. Diese brächten die Rheinbahn Einnahmen von 230 000 Euro. Dem gegenüber stünden Mindererlöse von knapp 165 000 Euro (dem liegen Erfahrungswerte der Stadt Unna zugrunde), Ausfälle wegen nicht bezahlter Abos von 6900 Euro sowie zusätzlicher Personal- und Sachaufwand im Vertrieb von 50 000 Euro. Unter dem Strich liegen die Kosten danach bei 221 860 Euro, also 8140 Euro unter den Einnahmen.
Beim zweiten geplanten Sozialticket für 16 Euro (Ticket 1000, Preisstufe A 2, ab 9 Uhr) ergibt die Kalkulation der Grünen einen Fehlbetrag von rund 32 000 Euro pro 10 000 Tickets. Dies ließe sich über einen höheren Preis ausgleichen oder über die geforderten Zuschüsse vom Land, sagte Czerwinski.
Vertreter der Rheinbahn reagierten mit Unverständnis auf die Erklärung der Grünen. "Wir wissen nicht, wo diese Zahlen herkommen und bleiben deshalb bei unseren Berechnungen", sagte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.
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