Rheinbahn: "Sozialticket kostet Millionen"
zuletzt aktualisiert: 30.01.2010 - 10:00Düsseldorf (RPO). Die Rheinbahn hat ihre Kritik an dem Vorhaben des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), ein Sozialticket einzuführen, mit Zahlen untermauert. "Sollte es wie angekündigt Wirklichkeit werden, hat das katastrophale Folgen. Das kostet einen hohen einstelligen Millionenbetrag", sagte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher auf RP-Anfrage.
Das Unternehmen hat die Zahlen der Stadt Dortmund zugrunde gelegt, in der ein Drittel der Abonnenten aufs Sozialticket wechseln konnten. Schumacher: "In Dortmund lagen die Kosten bei drei Millionen Euro, da wir doppelt so viele Abonnenten haben, würden sie bei uns mindestens sechs Millionen betragen – je nachdem, wer alles berechtigt ist, ein solches Ticket zu beantragen." Die Rheinbahn möchte sich am Kölner Modell orientieren. Die Verkehrsbetriebe dort verlangen 32,90 Euro fürs Sozialticket.
Die SPD verteidigt den Plan. "Wir begrüßen grundsätzlich die 180-Grad-Wende der CDU", sagte Ernst Prüssem, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der VRR-Verbandsversammlung. Bei den Kosten wollen die Sozialdemokraten das Land in die Pflicht nehmen. Nur so könne das Ticket "fair finanziert" werden.
Der Arbeitskreis Junger Mittelstand der Düsseldorfer CDU lehnt das Sozialticket dagegen als unsozial ab. "Gerade junge Menschen werden hier bestraft", sagte Patrick Jung, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises. Junge Berufstätige müssten trotz geringen Einkommens den vollen Preis für ihre Fahrkarte zahlen. Die Stadt unterstütze sozial Schwache bereits in hohem Maße und solle nun mehr für junge Arbeitnehmer unternehmen, sagte Jung.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




