Ende April soll Pooth-Affäre abgewickelt sein: Sparkasse auf Normal-Kurs
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 11.03.2008 - 10:08Düsseldorf (RPO). Nach der Ablösung zweier Vorstände sieht die neue Führungsriege die Wogen geglättet, Ende April sei die Pooth-Affäre intern abgewickelt. Die Geschäftspolitik bleibt fast unverändert.
Selten war sie so willkommen - die Ruhe nach dem Sturm: In der Stadtsparkasse ist sie nun da, sagt der neue Vorstand. Nach der so genannten Pooth-Affäre sei man zurückgekehrt zum Normalfall, der ja eigentlich - entgegen dem nach außen entstanden Eindruck - nie wirklich weg war, schließlich sei das Geschäft ja wie immer weitergelaufen. Peter Fröhlich, kommissarischer Vorstandsvorsitzender, Thomas Boots (sein Vertreter) und Bernd Eversmann bemühen sich redlich, den Blick zurück aufs Kerngeschäft des Hauses zu lenken: eine Bank für die Stadt und die Region zu sein, Privatkunden, Handwerk, Gewerbe und Mittelstand im Blick. Konsequenterweise werde es jetzt auch trotz der jüngsten Turbulenzen keine wesentlichen Änderungen im Geschäftsgebaren geben. Schließlich seien die Zahlen z.B. des Jahres 2007 sehr gut gewesen. Allerdings hat man sich darauf geeinigt, Reisekosten- und Spesenrichtlinien präziser zu fassen und deren Einhaltung stärker zu kontrollieren.
Zur Erinnerung: Die Stadtsparkasse machte in den letzten Wochen ausschließlich Schlagzeilen wegen eines 9,2-Millionen-Euro-Kredits, der unter fragwürdigen Umständen an das Unternehmen Maxfield, die Firma des Ehemanns von Verona Pooth, Franjo Pooth, gegeben worden ist. Als Folge dieser Kreditvergabe wurde Vorstandschef Humme beurlaubt und Vorstand Stiegemann entlassen, derzeit prüfen die Rechnungsprüfer von KPMG Details der Kreditvergabe und Spesenabrechnungen der letzten zwei Jahre. Wenn diese Untersuchungen abgeschlossen sind, hofft man zumindest intern einen Schlussstrich ziehen zu können. Ende April/Anfang Mai sollen sämtliche Akten gesichtet sein.
Dennoch ist man sich darüber im Klaren, dass dies aber nicht das Ende der straf- oder zivilrechtlichen Auseinandersetzungen bedeutet. Deren Ende ist derzeit völlig offen: Gegen Pooth wird wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und Bestechung, gegen Humme wegen Untreue und gegen Stiegemann wegen Untreue und Bestechlichkeit ermittelt.
Bei den Mitarbeitern der Sparkasse beobachtet Peter Fröhlich eine nachlassende Verunsicherung, in Teilen auch Erleichterung, weil man sich nun in einer geklärten Lage sieht. Es habe eine Reihe von Gesprächen gegeben. Intention: Die Schlagzeilen der letzten Wochen hätten nicht „die Sparkasse“ zum Gegenstand gehabt, sondern seien durch eine sehr kleine Gruppe von Mitarbeitern verursacht worden. Auch die Reaktion der Kunden nähere sich wieder dem Normalmaß, Briefe mit empörtem Inhalt gebe es nicht mehr, allerdings noch solche voller Häme und Gefrotzel. Insgesamt habe man den Eindruck, dass die Kundschaft die Vorfälle der letzten Wochen nicht als typisch für die Sparkasse an sich sähe.
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