Plus von 60 Millionen Euro: Sparkasse macht wieder Gewinn
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 08:08Düsseldorf (RPO). Wenn das laufende Geschäftsjahr zu Ende geht, wird unter dem Strich ein Plus von rund 60 Millionen Euro stehen. Im Fokus steht wieder das regionale Geschäft. In den nächsten 25 Jahren muss man 160 Millionen Rücklagen für WestLB-Verluste bilden. Bilanzsumme: 12,3 Milliarden.
Nach einem Verlust von 46 Millionen Euro in 2008 wird die Stadtsparkasse Düsseldorf am Ende des laufenden Jahres wieder einen Gewinn von rund 60 Millionen Euro verbuchen. Das erklärte gestern Peter Fröhlich, Vorstandsvorsitzender des Geldinstituts, als er gemeinsam mit dem gesamten Vorstand die Zahlen des laufenden Geschäftsjahres präsentierte.
Nach Ausflügen in die Welt des Investment-Bankings habe man sich wieder auf das Kerngeschäft besonnen und vor allem die heimische Wirtschaft der Region im Visier. Um weitere Kunden zu gewinnen, habe man ein spezielles Team gebildet, berichtete Vorstandsmitglied Karin Göbel.
Task-Force für Groß-Kredite
Die für die Risiko-Einschätzung zuständige Vorstandsfrau Birgit Roos sagte, eine eigens gebildete Task-Force beobachte die großen Kredite, um rechtzeitig eingreifen zu können, wenn sich dort Probleme abzeichnen, die zu Verlusten führen könnten. Dann versuche man, gemeinsam mit dem Kunden Möglichkeiten zu entwickeln, die beiden Seiten helfen.
Die Zahlen im Einzelnen: Die Bilanzsumme des Jahres 2009 wird mit 12,3 Milliarden Euro rund 500 Millionen niedriger sein als 2008. Die Kundeneinlagen stiegen um 314 Millionen auf 7,2 Milliarden, die Kredite an Kunden um 106 Millionen auf 7,5 Milliarden. Im Wertpapiergeschäft setzte man 2,4 Milliarden um, 300 Millionen mehr als 2008.
Sparkassen-Chef Fröhlich räumte weiter ein, dass für das Institut die so genannte Pooth-Affäre noch nicht ausgestanden ist. Derzeit überlege man im Vorstand, ob man für die nächsten Jahre Rückstellungen bilde, um mögliche Pensionsansprüche des vom damaligen OB Joachim Erwin fristlos entlassenen Ex-Vorstands Heinz Martin Humme bezahlen zu können. Humme fühlt sich ungerechtfertigt entlassen und wird diese Ansprüche geltend machen. Unklar ist, ob er sie durchsetzen kann. Sollte er Recht bekommen, könnte sich die zu zahlende Summe auf mehrere Millionen addieren.
Mit Karl-Heinz Stiegemann, ebenfalls fristlos entlassenes früheres Vorstandsmitglied, gehe man um wie mit einem normalen Kunden – und äußere sich daher auch nicht zu Details. Hintergrund dieses Hinweises: Stiegemann hatte die Sparkasse auf Zahlung einer hohen Provision verklagt, war aber vor Gericht gescheitert. Lediglich 15 000, nicht über 100 000 Euro wie von ihm gefordert, wurden ihm zugesprochen. Da er noch einen offenen Dispo-Kredit von 90 000 Euro hat, werde das miteinander verrechnet, hieß es. Zu den Anwalts- und Gerichtskosten, die die Aufarbeitung der Pooth-Affäre bisher gekostet hat, wollte sich der Vorstand nicht konkret äußern.
Dass das Finden der drei neuen Vorstandsmitglieder Roos, Göbel und Gosmann über 400 000 Euro gekostet hat, wollte man ebenfalls nicht bestätigen. Der Betrag sei aber sechsstellig gewesen, hieß es.
Beim Thema WestLB begrüßte der Vorstand die neuen Entscheidungen zur Zukunft dieser NRW-Landesbank, die allen Sparkassen des Landes gehört. Düsseldorf ist mit einem Anteil von rund 60 Millionen Euro an der WestLB beteiligt. Für mögliche Verluste der WestLB wird die Sparkasse Düsseldorf für die nächsten 25 Jahre pro Jahr fünf bis sieben Millionen Euro Rücklagen bilden, insgesamt rund 160 Millionen Euro. Ob die Summe am Ende wirklich benötigt wird, wisse man heute noch nicht. Im Idealfall werde man sie nicht brauchen – und habe dann 160 Millionen zurückgelegt und zur Verfügung. Ein Problem sei diese Summe nicht für die Sparkasse, hieß es. Wegen der Belastungen durch die WestLB werde sich in der Gebührengestaltung nichts ändern, der Kunde werde dafür nicht stärker zur Kasse gebeten, betonte Fröhlich.
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