Bernd Eversmann räumt Posten: Sparkasse: Noch ein Chef geht
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 25.07.2008Düsseldorf (RPO). Im Vorstand der Düsseldorfer Stadtsparkasse wird bald ein weiterer Stuhl frei: Bernd Eversmann hat angekündigt, nächstes Jahr mit 63 Jahren auszuscheiden. Unklar ist, ob sein Weggang mit der Pooth-Affäre zusammen hängt.
Spätestens im Frühling nächsten Jahres wird sich der eigentlich vierköpfige Vorstand der Düsseldorfer Stadtsparkasse komplett neu präsentieren. Für Heinz Martin Humme und Karl Heinz Stiegemann wurden bereits Peter Fröhlich als neuer Vorsitzender und Thomas Boots als sein Stellvertreter eingesetzt. Fröhlich gehörte dem Gremium bereits vorher an, Boots kam neu hinzu.
Aus der alten Besetzung übriggeblieben war Bernd Eversmann. Der wollte eigentlich bis 2010 bleiben. In einer hausinternen Mitteilung von Mitte Juli jedoch wurde den Mitarbeitern erklärt, Eversmann habe sich nun entschlossen, doch schon früher, nämlich mit 63 Jahren, auszuscheiden. Das wäre Mitte nächsten Jahres.
Das Stühlerücken im Vorstand war durch die so genannte Pooth-Affäre ausgelöst worden. Franjo Pooth, Ehemann von Verona Pooth, hatte bei der Sparkasse für seine Firma Maxfield mehr als neun Millionen Euro Kredite bekommen. Diese Kreditvergabe geriet in die Kritik, weil Maxfield Pleite ging und man den damaligen Vorständen Humme und Stiegemann vorwarf, wegen allzu großer privater Nähe zum Ehepaar Pooth nicht mit der üblichen Sorgfalt das Geld verliehen zu haben.
Am Ende wurden Humme und Stiegemann fristlos entlassen, gegen beide laufen Ermittlungsverfahren wegen Untreue, Stiegemann sieht sich zusätzlich dem Vorwurf der Bestechung ausgesetzt.
Keine konkreten Vorwürfe
Während Humme und Stiegemann wegen der dubiosen Kreditvergabe sehr schnell in den Fokus der Ermittler gerieten und die Stadt als Eigner der Sparkasse (damals noch unter Joachim Erwin) sehr schnell Konsequenzen zog, war die Rolle Eversmanns nicht klar.
Zuerst schien er unbeteiligt, aber bald hieß es im Rathaus, auch er müsse zur Verantwortung gezogen werden, da die Kreditvergabe an Pooth nicht ohne sein Wissen gelaufen sein könne. Konkrete Vorwürfe jedoch wurden nie laut oder gar erhärtet.
Dass Eversmann nun früher in den Ruhestand geht, wird von manchen jedoch als Hinweis gewertet, dass auch er zumindest nicht ganz ohne Verantwortung im Fall Pooth ist. Dass er früher ausscheidet, war schon seit Wochen spekuliert worden. Nun sucht die Stadtsparkasse nach zwei neuen Kollegen für Peter Fröhlich und Thomas Boots. Spätestens beim Ausscheiden von Eversmann muss man den Vorstand komplettiert haben, weil das Sparkassengesetz mindestens drei Vorstandsmitglieder vorschreibt.
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