Baustellen: Folge 8: Spatenstich für das Justizzentrum verschoben
zuletzt aktualisiert: 24.07.2007 - 14:06Aus dem für den 17. August geplanten symbolischen Baubeginn für das Justizzentrum am Oberbilker Markt wird vorerst nichts: Der Erste Spatenstich ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das sei aber nur ein „formaler Aufschub“, sagte Christa Bohl vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, dem das Gelände gehört.
Man wolle Rücksicht auf das Verfahren für die Bebauungspläne nehmen. Die Frist für Einsprüche gegen die Pläne ist jetzt abgelaufen - das Projekt muss noch durch Bezirksvertretung, Planungsausschuss und Rat. Dennoch sollten pünktlich Ende August die Bauarbeiten beginnen, kündigte Bohl an.
Das Justizgebäude an der Mühlenstraße hat bald ausgedient. Dort sind das Amts- und das Landgericht untergebracht. Stattdessen einsteht ein neues Gerichts-Zentrum am Oberbilker Markt. Spätestens in vier Jahren soll das neue Gerichtsgebäude an der Werdener Straße stehen.
Doch Ende des Jahres brodelte es gewaltig in dem Gerichtsgebäude. Ein Jahr nach dem Beschluss der damaligen Landesregierung, dem Amts- und Landgericht ein neues Domizil am Oberbilker Markt zu bauen, regt sich bei der Justiz an der Mühlenstraße Protest. Die Richterräte beider Gerichte lehnen den Umzug ab, erst recht den neuen Standort für das geplante Justizzentrum. Oberbilk sei der „Hinterhof der Stadt“, „wo ausländische Nischen-Ökonomien expandieren“. Eindeutig stimmte Richter Peter Roos, Vorsitzender des Richterrats am Amtsgericht, gegen den Wechsel von der Altstadt an den Oberbilker Markt.
Das Justizministerium hält den Umzug für sinnvoll, gar nötig: „Gerichtsgebäude müssen funktional und sicher sein und wir erreichen mit dem Gebäude in Oberbilk einen baulichen Zustand, den wir am alten Standort nie erreicht hätten“, so Ministeriumssprecher Ralph Neubauer. Erstmals seien Gerichte in der Lage, sich nicht an baulichen Gegebenheiten orientieren zu müssen - sondern die Bauten würden nun auf die Bedürfnisse der Justiz zugeschnitten.
Etwa 40 Millionen Euro investiert das Land, weil die alten Gebäude an der Mühlenstraße nicht mehr für die moderne Gerichtsarbeit hergerichtet werden können. Der markante Bau wird den Oberbilker Markt aufwerten, „weil er die disharmonische Ecke beruhigt, der Stadtstruktur Halt gibt“, ist Gregor Bonin, Planungsdezernent der Stadt, überzeugt. Er könne zudem Impuls für die weitere Entwicklung des Stadtteils entlang der Mindener Straße sein.
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