Nach Brand: St. Peter hat seinen Altar wieder
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 02.02.2011 - 07:50Düsseldorf (RPO). Für die Wiedereröffnung des Gotteshauses ist das elf Meter hohe Kunstwerk im Chor der Kirche restauriert worden und wird zurzeit aufgestellt. Wegen der Bauarbeiten nach dem Dachstuhlbrand war es jahrelang ausgelagert.
Beim Restaurieren des geschnitzten Hochaltars der Kirche St. Peter vergaß Roland Gassert mitunter, dass er in seiner Werkstatt arbeitete. "Es war wie bei einer Ausgrabung von versunkenen Schätzen, wenn beim Abtragen der dicken Schmutzschicht plötzlich die Farbenpracht der Statuen sichtbar wurde", erzählt der Restaurator, der die Altäre und Heiligenfiguren der Kirche St. Peter in der Friedrichstadt aufarbeitet. Sie waren nach dem Dachstuhlbrand im Jahr 2007 ausgebaut und in seiner Werkstatt oder Lagerhallen gelagert worden. Jetzt werden sie zur Wiedereröffnung der Kirche im Chor des Gotteshauses wieder zusammengesetzt und aufgehängt.
"Durch Ruß oder Löschwasser sind die Altäre und Statuen zwar nur stellenweise direkt beschädigt worden, aber sie sollten bei den notwendigen Bauarbeiten im Gewölbe nicht in Mitleidenschaft gezogen werden und wurden deshalb ausgebaut und auswärts gelagert", erklärt Architektin Beatrix Meier-Lamers. Nur der Baldachin des Hochaltars blieb in der Kirche und wurde mit einer schützenden Holzkonstruktion ummantelt.
Einmal in Einzelteile zerlegt und von nahem zu betrachten, zeigten sich die Kunstwerke in einem sehr schlechten Zustand. "Es lag auf der Hand, die Gelegenheit für eine grundlegende Restaurierung zu nutzen", sagte Gassert. Deshalb beauftragte ihn die Kirchengemeinde, die wertvollen Schnitzarbeiten aufzuarbeiten. So wurden die Säulen, Ornamente, Statuen und Bildtafeln Stück um Stück aus ihren Kartons geholt, auf Schäden überprüft, gesäubert und wenn nötig ergänzt.
Aus mehreren hundert Einzelteilen besteht allein der Aufbau des Hochaltars, der einem Haus mit filigranen Säulen gleicht, die wiederum durch Heiligenfiguren und Engel geschmückt sind. Jedes Teil wurde nummeriert und seine Position in einer Zeichnung eingetragen. "So macht der Wiedereinbau in der Kirche keine Schwierigkeit", erklärt Gassert.
Er freut sich, dass der Hochaltar jetzt wieder voll zur Geltung kommt. "Denn der Altar ist als Kunstwerk das Maximum, das Künstler in der Epoche am Ende des 19. Jahrhunderts schaffen konnten", ist Gassert überzeugt. Mit Kennerblick sieht er sofort die Unterschiede zwischen originalen Statuen und Ergänzungen nach den Bombenschäden im Zweiten Weltkrieg. Der später ergänzte Apostel Andreas beispielsweise hat plumpe Gesichtszüge und eintönige Kleider, nicht zu vergleichen mit dem charaktervollen Apostel Petrus und seinem kunstvoll bemalten Gewand. Wie bei anderen Figuren waren die filigranen Muster von einer festen Staubkruste verdeckt und wurden regelrecht "ausgegraben".
Wegen des hohen Arbeitsaufwandes sind noch nicht alle Teile restauriert. Schnitzereien neben dem Tabernakel im Hochaltar werden bei der Eröffnung noch fehlen und erst in einigen Monaten in die Kirche zurückkommen.
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