Fall Pooth: Justiz wusste nichts von Bordellrechnung: Staatsanwaltschaft prüft 60 Umzugskartons
zuletzt aktualisiert: 01.04.2008 - 13:32Nachdem Wirtschaftsprüfer bei der Stadtsparkasse neues belastendes Material, darunter eine von Mitarbeitern über Spesen abgerechnete Bordellrechnung, fanden, hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit großem Interesse reagiert.
"Die Vorwürfe hinsichtlich des Bordellbesuches waren uns bislang nicht bekannt", sagte Sprecher Johannes Mocken. Der Prüfbericht der Wirtschaftsprüfer liege seiner Behörde allerdings noch nicht vor. "Wir werden ihn nach Erhalt auswerten und dann entscheiden, was davon strafrechtliche Bedeutung hat."
Derweil scheinen die Ermittlungen in der Affäre um den Ehemann von Werbe-Ikone Verona Pooth noch geraume Zeit in Anspruch zu nehmen. Staatsanwaltschaftssprecher Mocken sagte, man sei mit Hilfe der Polizei dabei, insgesamt 60 Umzugskartons zu durchforsten. Darin seien Unterlagen, die man bei den bisherigen Durchsuchungen in den Räumen der Pooth-Firma Maxfield, im Privathaus der Pooths und auf Seiten der Sparkasse sichergestellt habe.
Die Staatsanwaltschaft legt Franjo Pooth Bestechung und Insolvenzverschleppung zur Last. Er soll den früheren Sparkassenchefs großzügige Geschenke bereitet haben, um im Gegenzug millionenschwere Kredite zu bekommen.
Seine MP3-Player Firma "Maxfield" musste zuletzt Insolvenz anmelden, der Sparkasse droht ein Millionenverlust. Dem Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Düsseldorf, Heinz-Martin Humme, war am Montag fristlos gekündigt worden. Das Vorstandsmitglied bei der Stadtsparkasse Düsseldorf, Karl-Heinz Stiegemann, hatte ebenfalls seinen Hut nehmen müssen.
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