Zuletzt 30 Prozent mehr Einsätze: Stadt ändert Notfall-Pläne
VON STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010 - 07:41Düsseldorf (RPO). Bei Eis und Schnee fuhren die Rettungsdienste in den vergangenen Tagen rund 30 Prozent mehr Einsätze. Über die Verteilung der Patienten entscheiden Grenzen, die 1995 festgelegt wurden. Nun sollen sie neu geordnet werden.
In der Leitstelle der Feuerwehr klingelt derzeit das Telefon noch häufiger als sonst. "Am Wochenende hatten wir 30 bis 40 Prozent mehr chirurgische Notfälle", sagt Sprecher Heinz Engels. Die Menschen zögen sich vor allem Knochenbrüche durch Stürze und Autounfälle zu. Einige Notaufnahmen waren davon mehr, andere weniger betroffen: Das St. Vinzenz-Krankenhaus in Derendorf registrierte in den vergangenen Tagen 15 Prozent mehr Notfall-Patienten als üblich, die Uniklinik weniger.
Gerangel um Privatpatienten
Grund ist zum Teil eine Frage der Verteilung, die in Düsseldorf vom Gesundheitsamt geregelt ist. 1995 wurden zuletzt neue Pläne erstellt, die das Stadtgebiet in zehn Notfall-Bezirke einteilen. "Ziel ist, dass jeder Patient möglichst schnell ein Krankenhaus erreicht", sagt der Leitende Notarzt Jörg Schmitz-Beuting vom Gesundheitsamt. Entsprechend wurden je nach Kapazität der Häuser Grenzen gezogen. Das Verzeichnis liegt im Rettungswagen. Damit kann der Fahrer jede Hausnummer einem Krankenhaus zuordnen. Ausnahmen werden in der Regel nicht gemacht. "Wünsche können wir bei Notfällen leider nicht erfüllen", sagt Engels.
Allerdings sahen sowohl die Feuerwehr als auch das Gesundheitsamt zuletzt den Bedarf, die Bezirksgrenzen neu zu ordnen. "Durch die vielen Baugebiete ergeben sich Verschiebungen", erklärt Schmitz-Beuting. Unter anderem müsse das Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserswerth durch die Erschließungen im Norden deutlich mehr Patienten versorgen. Und noch sei unklar, welchem Krankenhaus das große "Quartier Central" auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Derendorf zugeschrieben werde.
Das Gesundheitsamt hat deshalb ein Schreiben an alle Kliniken verschickt. "Manche wollen mehr Straßenzüge, andere weniger haben. Die Begehrlichkeiten sind sehr unterschiedlich", weiß Schmitz-Beuting. Es lägen sogar Wünsche nach mehr Privatpatienten vor, indem entsprechende Wohngebiete zugewiesen werden. "Diese Forderungen können wir natürlich nicht berücksichtigen", sagt der Arzt.
Aus allen Rückmeldungen will das Gesundheitsamt in Kürze ein neues Gesamtkonzept erstellen.
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