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Bauvorhaben am Belsenplatz: Stadt einigt sich mit Julia Stoschek

VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009 - 07:55

Düsseldorf (RPO). Der Streit um die Bebauung neben dem Privat-Museum Julia Stoscheks in Oberkassel ist beendet. Die Pläne für den benachbarten Belsenpark werden geändert, so dass das restaurierte Gebäude, in dem die Sammlerin ihre Kunst präsentiert, nicht mehr von hohen Neubauten verdeckt wird.

Kunstsammlerin Julia Stoschek zeigt ihre Sammlung in Hamburg.  Foto: RP, Andreas Bretz
Kunstsammlerin Julia Stoschek zeigt ihre Sammlung in Hamburg. Foto: RP, Andreas Bretz

Der auf dem früheren Bahnhofsgelände geplante Belsenpark in Oberkassel, ohnehin im Stadtteil umstritten, wird zumindest in einem wesentlichen Bereich nicht so gebaut wird bisher geplant: Unmittelbar neben dem Privat-Museum der Sammlerin Julia Stoschek soll die Bebauung zurückgenommen und mehr Freifläche gelassen werden.

So hieß es jedenfalls gestern aus Kreisen der Düsseldorfer Kultur- und Stadtplanung. Es habe ein Gespräch mit Stoschek gegeben, an dem untern anderem der Vorsitzende des Kulturausschusses, Bürgermeister Friedrich Conzen (CDU), teilnahm. Alle Beteiligten seien sich einig gewesen, dass man eine Lösung für den Konflikt gefunden habe. Stoschek bestätigte das Gespräch gestern und erklärte, die neuen Vorschläge zu begrüßen.

Der Bebauungsplan Belsenpark: Unmittelbar vor dem Haus mit der Stoschek-Sammlung sollte ein rund 20 Meter hoher u-förmiger Gebäuderiegel liegen. Das wird jetzt geändert, so dass der Bereich gegenüber des Museums optisch luftiger wird. Entstehen sollen dort Wohnungen, Büros und Geschäfte. Foto: RP, Andreas Bretz

Der Streitpunkt: Die 34-jährige Stoschek hat in einem alten Fabrikgebäude zwischen Schanzenstraße und Greifweg (nur wenige hundert Meter vom Belsenplatz entfernt) ein Museum für ihre Sammlung eingerichtet. Hauptsächlich präsentiert sie dort Medienkunst – und bietet sie allen zum Anschauen an, die sie sehen wollen. Das Privatmuseum ist also ein öffentliches. Bevor sie dort ihre Sammlung unterbrachte, hat die Mitinhaberin eines Auto-Zubehörherstellers seit dem Kauf 2005 acht Millionen Euro in das marode Gebäude saniert und es den Regeln des Denkmalschutzes gerecht saniert und restauriert.

Nach übereinstimmender Meinung vieler Experten der Kunstwelt entstand ein Kunst-Ort allererster Güte. Den jedoch sah Stoschek bedroht durch die unmittelbar nebenan geplante Bebauung des so genannten Belsenparks. Nur wenige Meter von ihrem Museum entfernt sollten über 20 Meter hohe Gebäude für Büros und Wohnungen entstehen. Davon, so Stoschek, würde ihr Haus optisch erschlagen und verdeckt. Dagegen protestierte sie lautstark und wurde darin nicht nur von ihrem Lebensgefährten, dem Foto-Künstler Andras Gursky, sondern auch von der gesamten Düsseldorfer Kunst-Szene unterstützt.

In einer viel beachteten Konferenz erklärten sich Kreative wie Thomas Ruff, Katharina Sieverding und Günter Uecker mit Stoschek solidarisch und warfen der Stadt vor, rücksichtslos die Investoren-Interessen umsetzen zu wollen, ohne auf dieses ganz besondere Museum Rücksicht zu nehmen.

Zeitweise kam es zum Streit mit dem Rathaus, weil sich Oberbürgermeister Dirk Elbers regelrecht unter Druck gesetzt fühlte. Dennoch besuchte er gemeinsam mit Bürgermeister Friedrich Conzen das Museum und zeigte sich nachher sehr beeindruckt von umgesetzter Restaurierung des alten Gebäudes und der dort präsentierten Kunst. Schon nach diesem Besuch wurde signalisiert, dass man über eine Lösung des Problems nachdenken wolle.

Offenbar ist man jetzt zu einem Ergebnis gekommen, das auch die Möglichkeit nicht ausschließt, dass Julia Stoschek Teile des Grundstücks im Bereich Belsenpark kauft und in ihr künstlerisches Konzept integriert. Sie hatte das seinerzeit angeboten.

Diese Änderung des Bauplanes wird bei der Bürgerinitiative in Oberkassel, die den Belsenpark so nicht will, mit großer Aufmerksamkeit registriert werden. Die Anwohner im gesamten Viertel halten den Umfang des Belsenparks für zu groß und fürchten eine Wertminderung des gesamten Viertels. Vor allem aber sehen sie keine brauchbare Verkehrsanbindung für tausende von neuen Bewohnern oder Pendlern.

Quelle: RP

 
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