Neues Kindergartenjahr: Stadt übertrifft Kita-Quote
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 02.08.2011 - 08:20Düsseldorf (RP). Im am Montag gestarteten Kindergartenjahr erreicht Düsseldorf eine U-3-Versorgung von 35,1 Prozent – mehr, als der Bund erst für 2013 verlangt. Trotzdem soll die Zahl der Plätze für Kleinkinder ausgebaut werden. Ziel sind 60 Prozent. OB Elbers kritisierte das Land wegen fehlender Hilfe.
Bereits zwei Jahre vor dem eigentlichen Datum wird Düsseldorf die Quote für die Betreuung von Kleinkindern mehr als erfüllen. Im Verlauf des neuen Kindergartenjahrs, das gestern begann, sollen in der Landeshauptstadt 5907 U-3-Plätze zur Verfügung stehen. Das entspricht dann einer Quote von 35,1 Prozent. Der Bund verlangt bis 2013 eine 32-prozentige Versorgung. Doch da die Stadt weiter wachsen wird und allein im vergangenen Jahr mehr als 6000 Kinder geboren wurden, sollen die Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder weiter ausgebaut werden. "Wir wollen am Ende eine Versorgungsquote von 60 Prozent", sagte gestern Oberbürgermeister Dirk Elbers.
Zehn neue Kitas
Für das neue Kindergartenjahr 2011/12 ist vorgesehen, zehn neue Kindertagesstätten fertigzustellen. Weiter existieren konkrete Planungen, wonach weitere zehn Kitas errichtet werden sollen. Im Norden der Stadt können Eltern nach den Ferien Kinder für eine neue Kita in Wittlaer anmelden, die im Herbst öffnet.
Der OB war zum Start seiner Sommertour zu Besuch in der städtischen Kita Stettiner Straße in Garath. Dort verlangte er zur Erreichung des Ziels von der Landesregierung erneut eine "Erstattung der Elternbeiträge für das letzte Kita-Jahr in voller Höhe". Diese waren in Düsseldorf bislang von der Stadt übernommen worden und fallen nun nach einer Entscheidung des Landes weg. Die Stadt will die Mittel fortan zum U-3-Ausbau verwenden. "Das Geld soll im System bleiben", sagte Elbers, der auf eine breit angelegte Versorgung setzt. So sollen neben der Stadt sowie freien Trägern auch Firmen für Kita-Plätze sorgen. Darüber hinaus ist geplant, die Zahl der Plätze bei Tagesmüttern und -vätern mit Hilfe einer gezielten Werbekampagne von 1117 auf 2500 zu erhöhen.
Dass die Ansprüche der Eltern und Familien vielfältig sind, davon überzeugte sich der Oberbürgermeister in Garath. Die Einrichtung, in der 75 Kinder betreut werden, darunter 19 Neuzugänge, ist seit Ende Juni auch Familienzentrum. "Wir bieten zum Beispiel Alleinerziehenden-Treffs und Väter-Kinder-Gruppen an", sagte die Leiterin Doris Kleve der Rheinischen Post.
13.000 Euro stellt das Land dafür pro Jahr zur Verfügung. Allerdings wurde zuletzt entschieden, die Förderung ein Jahr auszusetzen. Ein Entschluss, der in Düsseldorf mehrere Kitas betrifft, die zurzeit das Zertifizierungsverfahren des Landes durchlaufen. "Das ist eine Katastrophe", sagte gestern Johannes Horn, Leiter des Jugendamtes. Und auch Oberbürgermeister Elbers erklärte, die Unterbrechung der Förderung sei "aus kommunaler Sicht nicht vertretbar". Vor allem freie Träger seien betroffen, so Elbers.
Dass eine Betreuung von Familien Sinn macht, davon sind die Verantwortlichen im Garather Familienzentrum überzeugt. Nachdem die Kinder dem Oberbürgermeister einige Lieder zur Begrüßung vorgesungen hatten und sich der Gast mit einem Blinklicht für Jacken bei allen Mädchen und Jungen bedankt hatte, führte Kita-Leiterin Kleve den OB durch die Einrichtung. Die Kindertagesstätte ist seit vergangenem Jahr ein Bewegungskindergarten. Mit Hilfe der Eltern sollen im Herbst Umbauten vorgenommen werden, damit die Kleinen auch im Haus motorisch lernen können. Ein Engagement, das, so die Hoffnung von Doris Kleve, demnächst noch zunimmt: "Wir wollen im ganzen Viertel als Anlaufstelle für alle Familien bekanntwerden."
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