Ohne Angabe von Gründen: Stadt verhindert Ehrenhof-Fest
VON DIRK TIETENBERG - zuletzt aktualisiert: 05.09.2007 - 08:34Düsseldorf (RPO). Das 14. WIU-Fest im Ehrenhof wurde abgesagt. Die Verwaltungskonferenz im Rathaus hatte die Genehmigung für die beliebte Familienparty nicht erteilt - und das ohne jede Begründung.
Es regnete am Samstag. Aber dieser Schauer kann nicht der Grund dafür gewesen sein, warum das 14.WIU-Fest im Ehrenhof ins Wasser fiel. Das beliebte Familienfest, das in den vergangenen Jahren jeweils bis zu 4000 Besucher anzog, war ohne Angaben von Gründen nicht genehmigt worden. So sieht es Veranstalter Claus Plum von der Initiative „World in Union“ (WIU), der den Antrag im November 2006 bei der Stadt gestellt und bis Freitag vergeblich auf die Genehmigung gewartet hatte. Nach Monkey‘s Island, der Tonhallen-Terrasse und dem Hafenfest ein weiterer bunter Punkt, der aus dem Düsseldorfer Freizeitprogramm verschwand.
Rund 50 Besucher, darunter WIU-Kopf Claus Plum und Grünen-Ratsfrau Clara Deilmann, trafen sich stattdessen zum Picknick im Ehrenhof. Einige initiierten mit Kindern spontan die Aktion „Schirme der Freundschaft“ und erklärten sich kurzerhand zu „Schirmherren“ des Treffens. „Das war natürlich ein Spaß“, sagte Claus Plum.
Ziel der spitzen Ironie war Oberbürgermeister Joachim Erwin, der in den vergangenen sechs Jahren die Schirmherrschaft beim WIU-Fest inne hatte. Verantwortlich für das Aus des Festes im Ehrenhof ist nun unter anderem Erwin selbst. Der Oberbürgermeister hatte sich im Briefwechsel mit Plum zwar erneut als Schirmherr angeboten, aber nur für einem anderen Ort. „Das WIU-Fest gehört aber in den Ehrenhof“, entgegnet der Veranstalter. Über die Vergabe der Genehmigung im Ehrenhof hat seit dem Inkrafttreten der so genannten „Ehrenhof-Satzung“ die Verwaltungskonferenz im Rathaus das letzte Wort. Plums Nachfragen mündeten in einer Art Endlosschleife: Die Verwaltungsspitze verwies aufs Gartenamt, das Gartenamt zurück ans Rathaus, sagt Plum. Stadt-Sprecher Manfred Blasczyk erklärte: „Der Veranstalter hat Absagen vom Gartenamt bekommen. Der Grund dafür ist, dass der Ehrenhof die neue Satzung hat und nur Veranstaltungen im Zusammenhang mit den anliegenden Kulturinstituten gemacht werden sollen.“ Plum sagte jedoch, ihm läge kein Bescheid über eine solche Absage vor.
Rückendeckung erhielt Plum von der Bezirksvertretung 1, die der Verwaltungskonferenz in einem einstimmigen Antrag empfahl, das Fest wegen der Beliebtheit bei den Familien zu genehmigen. Die Verwaltungsspitze blieb hart.
Das WIU-Fest gehörte bis jetzt zu den Höhepunkten im Programm der „Düsseldorfer Eine Welt Tage 2007“ und ist auch in der Broschüre aufgeführt. Ladislav Ceki, Geschäftsführer beim „Eine Welt Forum“ habe sich bis zum Schluss für das Fest im Ehrenhof eingesetzt. „Ich habe keine Gründe erfahren“, meinte Ceki, „ich kann mir nur städtische Interna als Grund vorstellen.“ Plum mutmaßt, die Stadt wolle „den Ehrenhof für Rote-Teppich-Veranstaltungen“ freihalten. „Unser Fest passt vielleicht nicht ins Corporate Design der Stadt“, sagte er verärgert.
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