Fünf Jahre Arena: Stars und Fortuna
VON SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 12.01.2010 - 07:21Düsseldorf (RPO). Die angesagten Musiker der Popszene haben in der modernen Veranstaltungshalle schon Station gemacht, und auch wenn die Nationalmannschaft spielt, sind die mehr als 50.000 Plätze ausverkauft. Dabei verlief der Start turbulent.
Vor fünf Jahren wurde die Arena offiziell eröffnet, und zwar gleich mit einem Doppelkonzert von Herbert Grönemeyer. Das erste gab er am 7. Januar 2005, das zweite folgte einen Tag später. Die funkelnagelneue Veranstaltungsstätte war direkt zweimal hintereinander ausverkauft. Mehr als 100 000 Besucher kamen, um das Konzert eines der angesagtesten deutschen Sänger zu hören und eben auch die neue Arena kennenzulernen. Dabei war das Konzert nicht die erste Veranstaltung. Beim so genannten Pre-Opening am 10. September 2004 spielte Fortuna Düsseldorf gegen Union Berlin und gewann 2:0 in der Multifunktionsarena, die damals teilweise noch Baustelle war.
Für 2,5 Millionen Euro baut die Arena um. Ab der Saison 2010/2011 können Zuschauer dann dem Geschehen auch auf Stehplätzen folgen. Die Zahl der Plätze steigt dann von derzeit 51300 auf mindestens 54000.
Mit verschließbarem Dach und einem besonderen Heizsystem sorgt die Arena dafür, dass ungemütliches Wetter die Veranstaltungen nicht behindert.
45.000 Zuschauer verfolgten am 18. Januar, wie auf dem frisch verlegten Rasen in der Arena Fortuna Düsseldorf gegen Bayern München spielte – und 1:5 verlor. Auch die Nationalmannschaft stattete der Arena in ihrem ersten Jahr einen Besuch ab und spielte gegen Argentinien (2:2).
An prominenten Auftritten mangelte es der Arena nicht – von Anfang an. Ob Phil Collins, Depeche Mode, Bon Jovi, Bruce Springsteen, Coldplay oder Madonna, die angesagtesten Stars der Popszene haben in der Arena Station gemacht. Dabei ist die große Nähe zum Flughafen ein Pfund, mit dem die Arena gegenüber Veranstaltern wuchern kann, wie Arena-Sprecher Rainer Schüler sagt. "Wenn in der Arena das Licht angeht, sitzt Madonna fast schon wieder im Flugzeug", sagt Rainer Schüler, Sprecher der Betreibergesellschaft.
In den fünf Jahren hat die Arena mittlerweile mehr als 130 Veranstaltungen ausgerichtet. Drei Jahre lang zog mit Rheinfire der Football-Sport ein. Dabei sorgten nicht nur die Sportler sondern auch die begleitende Pyrotechnik-Show unter geschlossenem Dach für heiße Stimmung in der Arena. Aber erst im vorigen Jahr, als die Fortuna durch ihren Aufstiegskampf wieder mehr Fans mobilisierte, stieg die Zahl der jährlichen Zuschauer auf 900.000 und lag damit erstmalig über der Zahl aus 2005. Damals kamen 800.000 – auch um das Stadion einmal gesehen zu haben.
Nachdem das alte Rheinstadion 2002 abgerissen wurde, weil es zu klein und veraltet war, stellte sich der damalige Oberbürgermeister Joachim Erwin als treibende Kraft hinter den Bau der Arena. 218 Millionen Euro kostete der Neubau mit mobilem Dach, was den kleinen Fraktionen Magenschmerzen bereitete. Die Grünen hätten das Projekt sogar am liebsten gekippt. Doch der verstorbene OB Erwin setzte sich durch und hatte große Pläne. Er koppelte den Bau mit der Bewerbung von Düsseldorf als Austragungsort für Olympia 2012. Auch für die Fußball WM 2006 hatte er bereits fünf bis sechs Spiele in der Arena anvisiert. Doch daraus wurde nichts.
Als das Stadion schließlich eröffnet worden war, brachen schon kurz darauf für die Stadt turbulente Zeiten an. Die Walter Bau, die damals noch Mehrheitsgesellschafter der Arena war, ging insolvent. Ein Krefelder Unternehmer stieg dort ein und wollte auch bei der Arena das Sagen haben, oder zumindest aus dem Verkauf seines Anteils Profit schlagen. Schließlich kündigte die Stadt den Pachtvertrag und befreite sich von dem unliebsamen Mitgesellschafter. Seitdem leitet die Stadttochter Düsseldorf-Congress die Geschäfte. Für Schlagzeilen sorgen nun nur noch die auftretenden Stars.
Auch habe sich seit dem Start die wirtschaftliche Entwicklung immer weiter verbessert, sagt Schüler. Die Arena verdient nicht nur an den Veranstaltungen, sondern auch durch die Vermietung des angeschlossenen Hotels und von Büroflächen. Ein Teil der Subventionen in Höhe von elf Millionen Euro würden deshalb zurückgegeben, erklärt Schüler, so dass die öffentliche Unterstützung mittlerweile deutlich unter einem zweistelligen Millionenbetrag liege.
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