Graf-Adolf-Straße: Staufalle bis in den Sommer
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 08.05.2009 - 07:12Düsseldorf (RPO). Der Umbau der Graf-Adolf-Straße, im September begonnen, liegt im Zeitplan. Die Rheinbahn legt hier ihre Schienen ins Rasenbett, die Stadt baut neue Überwege und hat deshalb einzelne Fahrstreifen gesperrt. Das ist eng für die bis zu 50.000 Autos, die hier täglich vorbei fahren.
Bis Ende Juni müssen sich Autofahrer in Düsseldorf noch in Geduld üben. Denn erst dann wird die zurzeit wohl nervigste Baustelle der Stadt verschwunden und "die neue Graf-Adolf-Straße" fertig sein. Neu sagt die Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement, Andrea Blome, weil die 875 Meter lange Strecke vom Stresemannplatz zur Haroldstraße komplett umgebaut wird.
2,2 Millionen Euro kostet das Projekt, das nicht bloß die Attraktivität der einstigen Ausgehmeile wieder herstellen soll. Vor allem ist der Umbau Teil des städtischen Nahverkehrsplans, der auch die Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs vorsieht. Und der wird schneller, weil die Rheinbahn jetzt nicht mehr auf der Straße, sondern im eigenen Gleiskörper fährt, der – ausgenommen natürlich auf den Kreuzungen – in Rasen gebettet ist.
Auch dies dient nicht nur der Ansehnlichkeit, sondern macht die Straßenbahn obendrein leiser und fördert auch das Klima in der Stadt. Und die klar erkennbare bauliche Trennung könnte auch den ein oder anderen Autofahrer daran hindern, ein verbotenes Wendemanöver überhaupt erst zu starten. "Zumindest hoffen wir das sehr", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Denn solche Manöver sind eine der Hauptunfallursachen für Straßenbahnen.
Die sollen auch schneller werden, wenn sie gar nicht fahren: Die Haltestellen werden sämtlich barrierefrei, heißt: Der Ein- und Austieg wird für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen- oder Rollator-Benutzer mühelos – und damit zügig – funktionieren. Und damit das auch im Dunklen geht, lässt die Rheinbahn an den Haltestellen neue Leuchten installieren, die den Auftrag "Aufwertung der Graf-Adolf-Straße" mit ihrem schicken Design ganz sicher erfüllen. Bezahlen muss die Rheinbahn dafür nichts: Die gesamten Kosten trägt die Stadt.
Angefangen hat die Renaissance der Graf-Adolf-Straße, an der sich vor 100 Jahren das Düsseldorfer Nachtleben im "Arabischen Café", zahlreichen Theatern und Varietés abspielte, mit der Umgestaltung des Stresemannplatzes. Die hatte im Sommer 2007 mit ihren Autoreifen und Palmen für heftige Empörung gesorgt. Doch seit die Stadt den ersten Abschnitt der Graf-Adolf-Straße in Angriff genommen hat, unterstützt von der Interessen- und Standortgemeinschaft ISG, die Gehwege neu pflasterte und sprichwörtlich aufmöbelte, seit dem passt alles nett zusammen.
Voriges Jahr hat dann auch der Fahrbahnumbau begonnen, der nun aufs gute Ende zusteuert. Auch wenn Autofahrer den neuen Reiz der Graf-Adolf-Straße zurzeit nicht so recht erkennen mögen, wenn sie im Stau stehen, der schon mal bis zum Schwanenspiegel reicht.
Und ganz zu Ende ist es auch im Juni noch nicht. Erstens, weil auf dem Graf-Adolf-Platz die Baustelle für die Wehrhahnlinie noch eine Weile bleiben wird. Und zweitens, weil spätestens Ende Mai der Hamburgische Immobilien Handel (HIH) eine Fahrspur in Richtung Berliner Allee in Anspruch nehmen wird. Und zwar für den Bagger, der das seit Jahren leerstehende Eckhaus an der Kö dann abreißen wird. Der Neubau "Kö-Blick" soll in zwei Jahren eröffnen.
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