Präsentation des Bauprojekts in Cannes: Steigt Sparkasse bei Kö-Bogen ein?
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 12.03.2009 - 08:38Düsseldorf (RPO). Bei der Präsentation des Bauprojekts auf der Immobilienmesse in Cannes war der Libeskind-Bau auf dem Jan-Wellem-Platz das Hauptthema. Es ging vor allem um die Finanzierung.
Der Star blieb aus am Stand der Stadt Düsseldorf auf der Mipim in Cannes, der weltweit größten Immobilienmesse. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Dirk Elbers sollte Daniel Libeskind das Prestigeprojekt der Landeshauptstadt, den Kö-Bogen, präsentierten. Doch der Architekt musste mit 40 Grad Fieber bei seiner Frau Nina in New York bleiben.
Zum Bedauern auch vieler anderer Aussteller, denn der 62-Jährige wäre einer der Stars an der Cote d'Azur gewesen, war für mehrere Podiumsauftritte gebucht. Kurzfristig setzte sich Stefan Blach in den Flieger, um in Frankreich den Kö-Bogen zu präsentieren. Blach arbeitet seit fünf Jahren mit Libeskind an dem Düsseldorfer Projekt und leitet das fünfköpfige Projektteam.
Hauptthema im Hintergrund war jedoch die Finanzierung des 300-Millionen-Euro-Vorhabens. Der Kaufvertrag für das knapp 50 Millionen Euro teure Grundstück sei noch nicht unterschrieben, sagte OB Elbers auf Nachfrage unserer Zeitung, gab sich jedoch zuversichtlich. "Die Frist läuft noch bis April." Voraussetzung für den Verkauf ist der Nachweis einer Bürgschaft in Höhe von 120 Millionen Euro.
Stefan Mühling, Chef des Düsseldorfer Projektentwicklers "Die Developer", der mit dem Libeskind-Entwurf den Zuschlag für die Bebauung des Jan-Wellem-Platzes bekommen hat, betonte, man sei im Gesprächen mit diversen Banken und dankte der Stadt für das entgegengebrachte Vertrauen: "Düsseldorf hat die Kraft, ein solches Projekt auch in schwierigen Zeiten zu stemmen. Wir werden investieren." Mit der Zech-Gruppe sei ein starker strategischer Investor mit im Boot, hinzu komme Eigenkapital.
Einen Ankermieter gebe es zwar noch nicht, so Mühling. Mit der Einzigartigkeit des Standorts und dem Namen Libeskind sei jedoch seitens potenzieller Kreditgeber ausreichend Vertrauen vorhanden. "Risiken, die nicht durch die Mietverträge abgesichert sind, müssen eben vom Investor abgefangen werden." Zum Beispiel über höhere Zinsen.
Möglicherweise wird die Stadtsparkasse Düsseldorf aktiv als Geldgeber in das Projekt einsteigen. "Ich kann mir das vorstellen", so OB Elbers, allerdings nur als ein Partner von vielen in einem Konsortium von Finanziers. "Die Sparkasse wäre der TÜV-Stempel und ein wichtiges Signal an andere Banken", sagt Wulff Aengevelt. Den Kö-Bogen hält der Immobilien-Experte auf jeden Fall für vermarktbar, "das wird keine Investitionsleiche oder Ruine". Laut gut informierten Kreisen soll die Trinkaus-Bank, die lange Favoritin für den Kö-Bogen war, vergangenen September jedoch überraschend aus dem Wettbewerb ausgestiegen war, nun ernsthaft interessiert sein, als Mieter einzuziehen.
Der Libeskind-Entwurf sieht zwei 26 Meter hohe Neubauten auf dem Jan-Wellem-Platz vor. Zur Hofgartenseite wird die Glas-Naturstein-Fassade durchbrochen von diagonalen, begrünten Schnitten. Zum Schadowplatz nimmt Libeskind die Wellenform des Schauspielhauses auf. "So werden Hofgarten und Schadowplatz gefasst", erklärt Projektleiter Stefan Blach und räumt ein, dass Libeskind zunächst mit der Wuchtigkeit des Blocks – die Maße waren seitens der Stadt vorgegeben – gehadert habe.
"Unser Entwurf sieht nun aber einen Block vor, der sich den Hofgarten einverleibt." Vom Erdgeschoss bis zur dritten Etage sind Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen – mit 20 000 Quadratmetern etwa die Hälfte der gesamten Fläche. In den obersten drei Etagen Büros. Wohnen sei denkbar, "spielt jedoch eher eine untergeordnete Rolle in unserem Konzept", so Blach. Bei der Aufteilung im Inneren gebe es noch Gestaltungsmöglichkeiten.
Weitere Details soll Daniel Libeskind demnächst persönlich präsentieren. "Er will bald nach Düsseldorf kommen, nachdem es jetzt in Cannes nicht geklappt hat", so Elbers.
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