"Sky Beach" kommt nach Düsseldorf: Strandleben unter Sternen
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 11.05.2007Düsseldorf (RPO). „Sky Beach“ hat großen Erfolg in Stuttgart und Köln: Palmen, Liegestühle, Drinks und tonnenweise weißen Sand gibt’s bald auch auf dem Parkdeck des Kaufhofs an der Berliner Allee. Der Erfolg ist aber nicht garantiert. In einigen Städten floppte das Konzept.
Sonne, Sand – nur kein Meer. Ansonsten ist alles garantiert: Sommerurlaub, bei dem die Körner durch die Zehen rieseln, während der Barkeeper den Caipirinha mixt. Monkey’s Island war, Sky Beach ist. In den nächsten Wochen soll auf dem 22 000 Quadratmeter großen obersten Parkdeck 5 des Kaufhofs an der Berliner Allee die karibische Traumwelt Wirklichkeit werden.
Seit dem Spätherbst vergangenen Jahres verhandelt die Stadtengel GmbH aus Stuttgart mit dem Kaufhof über die hochtrabenden Pläne, bestätigte Kaufhof-Geschäftsführer Detlev Berg der RP. Die beiden Partner sind sich einig. Gegen eine Pachtgebühr vermietet der Konzern die oberste Parkfläche an Stadtengel, die den Sommerspaß betreiben wollen. Bleibt nur noch das Okay der Stadt. „Wir haben einen Antrag auf Baugenehmigung gestellt. Jetzt warten wir auf die Entscheidung der Stadt“, sagte Stadtengel-Geschäftsführer Lothar Müller gestern. Die wird es prüfen, sagt Baudezernent Gregor Bonin: „Es wird nicht allzu lange dauern bis zu einer Entscheidung.“
Programm im Sand
Die „Sky Beaches“ in Stuttgart und Köln bieten nicht nur „normales“ Strandleben. So gibt es auf dem Stuttgarter Sonnendeck auch Ibiza-Feuershows oder After Work-Partys. Das Pokalendspiel Stuttgart-Nürnberg feiert man dort oben bei der Live-Übertragung. „Solche Events könnten wir uns auch für Düsseldorf vorstellen“, sagt Lothar Müller.
Geöffnet bis ein Uhr nachts
Die Macher des Projektes hoffen, dass die Gäste bereits Ende Mai im Sand wühlen können. „Wir brauchen nach einer Entscheidung der Stadt etwa zwei Wochen, bis alles steht“, sagt Müller. Wichtige technische Voraussetzungen sind da. So gibt es einen Aufzug und eine Treppe nach oben, ohne durch den Kaufhof gehen zu müssen. So ist der Betrieb oben garantiert, wenn unten im Kaufhaus die Pforten schließen.
Der „Sky Beach“ soll täglich von zwölf Uhr mittags bis ein Uhr nachts geöffnet haben, sagt Müller. Ein Erfolgsrezept, das bereits seit vier Jahren in Stuttgart und seit zwei Jahren in Köln erprobt ist. Auch dort hat sich auf den oberen Parkdecks zweier Kaufhof-Warenhäuser die Freizeitbranche breit gemacht. In der Mittagspause oder nach Feierabend einfach rauf aufs Dach – das Konzept kommt an
Doch es kann auch schiefgehen, musste Lothar Müller in der Vergangenheit erfahren. Bei Franchisenehmern beziehungsweise beim Betrieb über einer Tochterfirma der Stadtengel GmbH zeigte sich nur mäßiger Erfolg. In Dortmund, Regensburg, Reutlingen und Dinslaken seien ähnliche Konzepte gescheitert. Die Stadtengel-Tochterfirma Jalo, die einige Sky Beaches betrieb, musste bei einem Schuldenberg von etwa 1,2 Millionen Euro Insolvenz anmelden. „Das Konzept rechnet sich eigentlich nur in großen Städten oder in Kooperation mit regionalen Partnern“, resümiert Müller.
Sorgen um den Erfolg in der Landeshauptstadt hat er aber nicht. „Wir setzen auf Erfolg, denn wir wollen möglichst ab Juni und dann auch im nächsten Jahr da sein.“ Auch vor der kalten Jahreszeit ist er nicht fies. Als Winter-Bar kann er sich einen Gastrobetrieb unter den Wolken auch vorstellen. Dann aber nicht ohne Wärmestrahler.
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