Verkehrsstatistik: Straßenbahn: Zu viele Unfälle
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010 - 07:38Düsseldorf (RPO). Ein Drittel der Düsseldorfer Verkehrstoten starb 2009 nach Kollisionen mit der Bahn. Einer der Gründe: Das Schienennetz ist so dicht wie in kaum einer anderen Stadt. Das macht vor allem auswärtigen Autofahrern Probleme.
Dass die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in Düsseldorf entgegen dem Landestrend um 0,1 Prozent gesunken ist, sei "nicht erwähnenswert", sagt Verkehrsdirektor Martin Vonstein. Bei 26 425 Unfällen habe sich die Zahl vielmehr "auf sehr hohem Niveau stabilisiert".
Aber es gibt gute Nachrichten im Verkehrsbericht über das vergangene Jahr. 314 schwerverletzte Unfallopfer etwa sind so wenige wie seit 1955 nicht mehr. Um 14,7 Prozent ging die Zahl der Fußgänger-Unfälle zurück. Auch alkoholbedingte Unfälle wurden seltener registriert. "In Düsseldorf wird offenbar weniger getrunken", sagt Vonstein. "Auch bei Kontrollen stellen wir immer seltener Alkoholverstöße fest."
Kontrollen haben Erfolg
Erklärtes Ziel der Polizei ist es, den Unfällen vorzubeugen, die die schlimmsten Folgen haben. Deshalb wurde 2009 ein Projekt gestartet, das mehr Sicherheit für Fußgänger schaffen soll. Dazu gehören auch verstärkte Kontrollen und Verwarngelder. "Die Zahlen bestätigen das Konzept", sagte gestern Polizeipräsident Herbert Schenkelberg, der vor allem froh ist, dass die Zahl der verunglückten Kinder und Senioren – der sprichwörtlichen Sorgenkinder der vergangenen Jahre – deutlich gesunken ist.
Gesunken ist auch die Zahl der Straßenbahn-Unfälle, von 150 auf 128. "Das ist natürlich immer noch zu viel", sagt Vonstein, obwohl rein statistisch der Anteil der Bahnen am gesamten Unfallgeschehen der Stadt nicht einmal ein halbes Prozent beträgt. Aber fünf der 14 Verkehrstoten waren nach Straßenbahnunfällen zu beklagen. Zweifelsohne gehören diese Unfälle zu denen mit den schlimmsten Folgen und damit in den Fokus der Polizei.
Die sucht nun, gemeinsam mit der Rheinbahn, nach Ursachen. Denn warum in keiner anderen nordrhein-westfälischen Stadt so viele Straßenbahnunfälle geschehen, ist nicht erwiesen. Einer der Gründe könnte das dichte Schienennetz sein. Ein anderer könnte in den Navigationsgeräten liegen, die an verbotenen Stellen zum Abbiegen über die Gleise auffordern. Die meisten Straßenbahnunfälle, so Vonstein, ereigneten sich zwischen 10 und 20 Uhr. Mehr als die Hälfte der Autofahrer, die darin verwickelt sind, kämen nicht aus Düsseldorf.
Viel gefährdeter als Autofahrer sind naturgemäß Radfahrer, wenn sie "Konfliktpartner" der Straßenbahn sind, wie das im Polizeideutsch heißt. Deshalb wollen Polizei und Rheinbahn nun gemeinsam nach Maßnahmen suchen, auch diese Unfälle zu vermeiden. Das gilt nicht nur für Übergänge, die sicherer zu gestalten wären. Sondern auch für die Kontrolle der Fußgänger. 15 der 18 Zusammenstöße im vorigen Jahr waren von Fußgängern verursacht worden. Durch Verwarnungen sollen sie dazu gebracht werden, Ampeln und Schilder zu beachten.
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