Als nächstes droht Glatteis: Straßenbahnen am Gleis festgefroren
VON JOHANNES BORNEWASSER - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 17:08Die teils heftigen Schneefälle vom Wochenende sorgen auch am Montag weiter für Chaos. Auf den Autobahnen rund um Düsseldorf kam es seit dem frühen Morgen immer wieder zu Staus. In der Stadt mussten Rheinbahn-Kunden auf allen Linien mit teils erheblichen Verspätungen rechnen.
Auf den U-Bahnlinien U70, U74, U75, U76, U77, U78 und U79 sowie auf den Straßenbahnlinien 701, 703, 704, 706, 707, 708, 709, 711, 712, 713, 715 und 716 waren die Fahrpläne den gesamten Tag über außer Kraft gesetzt.
Am Düsseldorfer Flughafen, der am Sonntag fast den gesamten Tag über wegen des Schnees geschlossen war, normalisierte sich die Lage am Montag allmählich wieder. Die Flugzeuge konnten zunächst nur eine Start- und Landebahn nutzen. 25 Flüge fielen aus, davon laut Flughafen aber nur fünf wegen des Wetters. Ab dem Nachmittag wurden dann wieder beide Startbahnen genutzt, erklärte eine Sprecherin. Am Sonntag waren noch etwa 200 Abflüge ausgefallen.
Polizei: „Keine Schwerverletzten, keine Toten“
Im Stadtgebiet sei die Lage überraschend ruhig geblieben, erklärte Polizeisprecher Andre Hartwich. „Das Verkehrsaufkommen war kaum mit anderen Montagen zu vergleichen. Und bei den Autos, die in der Stadt unterwegs waren, haben wir eine sehr hohe Winterreifendichte.“
Lediglich auf den Autobahnen 57 und 3 lief es „immer wieder mal holprig“, hieß es. „Besonders auf der A3 standen auf Steigungen hier und da Lkw quer“, erklärte Hartwich. „Wir haben aber glücklicherweise keine Schwerverletzten oder Toten zu beklagen.“ Lediglich bei einem Verkehrsunfall bei Holzbüttgen wurde ein Lkw-Fahrer leicht verletzt.
In der Nacht zu Montag musste das Technische Hilfswerk (THW) noch auf der A3 etwa 50 Sattelzüge freischaufeln und im Stau stehende Verkehrsteilnehmer versorgen.
Straßenbahnen festgefroren
Die Rheinbahn hatte am Montagmorgen mit ungewöhnlichen Problemen zu kämpfen. „Ich musste selber zweimal nachfragen, aber uns sind am frühen Morgen tatsächlich Straßenbahnen am Gleis festgefroren“, erklärte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Dies passiere bei einem bestimmten Gemisch aus Eis, Salz und Schnee auf den Gleisen. „Es sind dann Fahrzeuge ausgerückt, um die Wagen frei zu ziehen. Die Räder zu erwärmen hätte bei so vielen Achsen keinen Zweck gehabt, erklärte Schumacher weiter.
Besondere Probleme hatte es auch bei einigen der 680 Weichen im Schienen-Netz gegeben. „Liegen die auf den Straßen, fahren uns Autos immer wieder Schnee in die Weichen.“ Zwar seien diese größtenteils beheizt, „aber der immer nachrückende Schnee überfordert diesen Heizmechanismus auf Dauer“, sagte Schumacher. „Deshalb konnten wir an manchen Punkten einfach nichts mehr machen und haben uns auf Stellen konzentriert, an denen wir nachhaltig etwas ausrichten konnten.“
Die Lage sei daher „durchwachsen, aber nicht schlecht gewesen“, erklärte Schumacher, der schon am Morgen in Aussicht gestellt hatte, dass jeder Fahrgast ans Ziel kommen werde, die Fahrpläne jedoch in keinster Weise eingehalten werden konnten.
Dienstag droht Glatteis
„Ob und wann wir heute wieder fahrplangerecht unterwegs sind, hängt von zu vielen Faktoren für eine genaue Prognose ab. Wir geben aber alles“, versprach Schumacher. Unfälle und Staus im abendlichen Berufsverkehr sowie letztlich das Wetter seien jedoch nicht berechenbar.
Am Nachmittag blieb es zunächst trocken bei Temperaturen um Null Grad. Am Dienstag sollen die Temperaturen sogar wieder leicht über den Gefrierpunkt klettern. Allerdings droht wegen angekündigten Regens und dem meist noch gefrorenen Boden Glatteis - und damit das nächste Verkehrschaos.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.





