Kliniken seit heute betroffen: Streik: Rheinbahner rüsten sich
VON JAN DREBES - zuletzt aktualisiert: 14.02.2008 - 10:11Düsseldorf (RPO). Bundesweit stehen im öffentlichen Dienst die Zeichen auf Streik. Düsseldorf ist ab heute betroffen: Beschäftigte der Rheinischen Kliniken und der Sana Kliniken legen die Arbeit zeitweise nieder. Für den 22. Februar sind auch bei der Rheinbahn Streiks angekündigt. Das werden die Bürger wohl am meisten zu spüren bekommen.
So wie 2002, als die Rheinbahner das letzte Mal gegen Lohnkürzungen öffentlich protestierten. Damals fuhren für fünf Stunden in Düsseldorf nur vereinzelt Ersatzbusse. Erst nach 14 Uhr wurde damals der Betrieb wieder aufgenommen. Die Folge: Taxifahrer machten gute Geschäfte, und viele Schulkinder standen nach der sechsten Stunde im Regen. Das große Chaos, wie bei den langen Streiks der Rheinbahn im Jahr 1992, blieb aber aus, weil rechtzeitig über die Aktionen informiert worden war.
Vom Tarifstreit im öffentlichen Dienst unabhängig, aber auch mit Streikdrohungen konfrontiert, sieht sich die Uni-Klinik Düsseldorf. Laut Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sind 500 bis 600 Beschäftigte von Arbeitsauslagerungen betroffen. Für 40 Mitarbeiter der Zentralsterilisation wurde bereits ein entsprechender Vertrag beschlossen. Sie sind in Zukunft bei einer Tochterfirma der Uni-Klinik, gegründet mit dem Unternehmen Vanguard, beschäftigt. Die Klinikleitung betont, dass die Mitarbeiter übernommen werden. Das Ziel dabei sei aber, den vor einem Jahr erreichten Tarifvertrag auszuhebeln, sagt Bernd Tenbensel, zuständig für Krankenhäuser bei Verdi.
Das wollen sich Mitarbeiter anderer Abteilungen wie der Wäscherei und technischer Versorgungsdienste nicht gefallen lassen und entscheiden morgen in einer Urabstimmung über mögliche Streikmaßnahmen.
2006 fanden die letzten großen Streiks statt. Damals waren aber vor allem das Pflegepersonal und Assistenzärzte an den Aktionen beteiligt. Für fast vier Monate musste das Krankenhaus viele Patienten abweisen, Operationen wurden teilweise immer wieder verschoben. Es entstand ein Defizit im Klinikhaushalt von mehreren Millionen Euro.
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