Proteste gegen das Bildungssystem: "Streiks nicht in der Schulzeit"
zuletzt aktualisiert: 17.06.2009 - 08:18Düsseldorf (RPO). Der Bildungsstreik der Schüler geht weiter: Auch am Dienstag waren einige von ihnen auf den Straßen, um gegen Missstände im Bildungssystem zu protestieren. Bei den Rektoren stoßen sie zwar auf Verständnis, allerdings erlauben sie keine Streiks während der Schulzeit. Damit schadeten sich die Schüler nur selbst, heißt es.
Zwei Oberstufenschüler des Friedrich-Rückert-Gymnasiums hatten im Vorfeld einen Antrag auf Beurlaubung gestellt, den Schulleiter Konrad Großmann noch "wohlwollend" prüft. "Prinzipiell finde ich es gut, dass die Schüler sich für Bildungspolitik interessieren und sich einmischen", sagt er. Aber dass der Streik auch vormittags laufe, sei falsch. "Man kann nicht einerseits gegen Unterrichtsausfall demonstrieren und andererseits auf diese Weise genau das in Kauf nehmen." Großmann glaubt, dass eine Demonstration, die um 14 Uhr beginnt, zudem besser besucht wäre.
Am Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sich ebenfalls eine Mittelstufenschülerin beim stellvertretenden Schulleiter Thomas Kirchhoff abgemeldet, um zu demonstrieren. Erlaubt hat er ihr das nicht – sie bekommt eine unentschuldigte Fehlstunde aufs Zeugnis. "Schließlich haben Schüler offiziell kein Streikrecht", sagt Kirchhoff. Außerhalb des Unterrichts würde er Demonstrationen befürworten: "Streiken ja, aber nicht in dieser Form."
Auch Wolfgang Mesenholl, Rektor am Luisen-Gymnasium, stimmt den Forderungen der Schüler eigentlich zu: "Es muss im Bildungsbereich wirklich einiges getan werden." Doch die rechtliche Lage sei klar: In der Schulzeit dürfen Schüler nicht zum Demonstrieren freimachen. Einen Antrag auf Beurlaubung lehnte er darum ab. "Mit einem Streik in der Schulzeit schaden sich die Schüler selbst", findet Inge Schleier-Groß, Leiterin des Georg-Büchner-Gymnasiums. Schülern, die streiken wollten, habe sie darum ins Gewissen geredet. Die Schüler hätten sich daraufhin doch nicht am Streik beteiligt, so Schleier-Groß.
Indessen spricht die Junge Union davon, dass der Bildungsstreik für linke Propaganda missbraucht werde: Sie hat kein Verständnis für Unterrichtsboykott und betont, dass sie hinter dem dreigliedrigen Schulsystem steht.
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