Autor Peter Jamin: „Eine Farce“: Streit um den einzig wahren Heine-Preis
zuletzt aktualisiert: 31.08.2005 - 13:32Düsseldorf (dto). Der Streit um einen neuen Heine-Preis geht in eine neue Runde. Mit seinem Plan, einen Preis für Zivilcourage zu verleihen, hatte der Freundeskreis Heinrich Heine für Verärgerung bei der Heinrich-Heine-Gesellschaft gesorgt. Für dessen Mitglied, Autor Peter Jamin, ist der Streit nur „eine Farce“, an dem der Dichter seine Freude gehabt hätte.
Die 1956 gegründete Heinrich-Heine-Gesellschaft, die eng mit dem Heine-Institut zusammenarbeitet, ist ein Forum der Forschung und Diskussion. Zusammen mit der Stadt verleiht sie alle zwei Jahre den mit 25.000 Euro dotierten Heine-Preis. Zu den Preisträgern zählten renommierte Literaten wie Robert Gernhardt oder Elfriede Jelinek. Anton Kruse, Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft, und Leiter des Heine-Instituts, stört sich an der häufigen Verwechslung seiner Institutionen mit dem eher volkstümlichen Freundeskreis, der sich den Kampf gegen Intoleranz und Antisemitismus auf die Fahnen geschrieben hat.
Autor Peter Jamin hält in seinem offenen Brief dagegen: Skandalös sei nicht ein weiterer Heine-Preis, sondern dass Stadt, Heine-Institut und Universität ihre Kompetenz an die Universität Trier abgegeben hätten. Weit weg von Düsseldorf sei Heine „endlich ein akzeptabler Internet-Auftritt“ gewidmet worden. Auf der Düsseldorfer Internetseite erfahre man dagegen „erschreckend wenig über Heine und sein Werk“, findet Jamin. Der Link zur Trierer Website sei schlecht zu finden, beklagt er – nicht ganz zu Unrecht.
Seine Vermutung, „Ein Lamento um einen Heine-Preis hätte den Dichter selbst sicher zu wunderschönen Versen animiert“ ist jedenfalls nicht von der Hand zu weisen. Man darf gespannt sein, wie der Streit weiter geht.
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