Mönche klagen gegen Gießerei: Streit um Engel vor Gericht
zuletzt aktualisiert: 04.04.2007 - 13:54Ein Engel beschäftigt derzeit das Düsseldorfer Landgericht. Das Benediktinerkloster Maria Laach klagt gegen eine Bronzegießerei aus. Die Mönche sehen ihre Urheberrechte verletzt und verlangen von der Gießerei, die Produktion eines kleinen Bronzeengels einzustellen. Nach Angaben eines Justizsprechers wird das Gericht am Mittwoch über den Fall entscheiden.
Der Streit um den Engel ist außergewöhnlich: So monieren die Verantwortlichen der Benediktiner-Abtei, dass die Bronzegießerei aus Kevelaer ihren eigenen "Gottes-Boten" einfach kopiert hat. Nach Ansicht der Gießerei kann davon keine Rede sein. Unter anderem sollen sich die Gesichter der beiden Engel gar nicht ähnlich sehen. Auch die Engelsflügel sollen unterschiedlich gestaltet worden sein. Trotzdem wollen die Benediktiner erreichen, dass der Engel aus dem Wallfahrtsort an der niederländischen Grenze wegen "zu großer Verwechslungsgefahr" verboten wird.
Angesichts der Verkaufszahlen der Bronze-Engel werden die Gründe für das energische Vorgehen der Klosterabtei vor Gericht schnell klar. So sollen seit Herbst 2005 mehr als 600 000 Exemplare des etwa zehn Euro teuren Engels abgesetzt worden sein. "Der Engel ist von einem Mönch des Klosters entworfen worden, er ist offenbar ein Verkaufsschlager", sagt auch Gerichtssprecher Ulrich Thole.
Am Mittwoch nun wollen die Juristen die Engel genau unter die Lupe nehmen und entscheiden, ob tatsächlich eine Kopie vorliegt. Größe und Aussehen sollen dabei ebenso untersucht werden wie Flügelform und Gesichtsausdruck. Sollte es sich tatsächlich um ein Duplikat handeln, könnte das Gericht der Bronzegießerei aus Kevelaer für die Zukunft eine weitere Produktion der Engel verbieten. Gleichzeitig würde ein Urteil in dieser Form den Mönchen auch die Möglichkeit eröffnen, Schadenersatz in erheblicher Höhe einzuklagen. "Dann müsste man feststellen, wie viele Engel die Firma aus Kevelaer bereits verkauft hat", sagt Thole, "für jedes abgesetzte Duplikat könnte die Abtei Maria Laach Schadenersatz verlangen."
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