Bildungsstreik: Studenten besetzen erneut Hörsaal
VON KATHRIN DRECKMANN UND STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 03.12.2009 - 07:30Der Bildungsstreik spitzt sich in der zweiten Runde erneut zu. Mehr als 40 Studierende haben am Mittwoch zum zweiten Mal an der Heinrich-Heine-Universität einen Hörsaal besetzt - dieses Mal nicht den Saal 3D, sondern den größeren Konrad-Henkel-Hörsaal, der auch Audimax der Hochschule ist.
Vor genau einer Woche hatte Rektor Hans Michael Piper die Polizei gerufen, um die Besetzter vor die Tür zu setzten. Es war das erste Mal in der Geschichte der Universität. Das Fazit der Studenten: „Wir kommen wieder.”
Die Fortsetzung begann mit einem Aufruf in der Mensa. Gegen 12.30 Uhr riefen die ehemaligen Besetzter alle Kommilitonen und Beschäftigten der Uni lautstark auf, sich an der neuen Runde ihrer Protestaktion zu beteiligen. „Stellt das Essen ein, reiht euch in die Demo ein!”, riefen sie.
Von dort machte sich der Tross auf den Weg in die Philosophische Fakultät. Der Hörsaal 3D war zu jenem Zeitpunkt durch eine Vorlesung belegt, der nahe gelegene Audimax jedoch frei.
Professoren melden sich zu Wort
Ähnliche Szenen wie vor zwei Wochen wiederholten sich: Einige Studenten karrten Essen an, andere gingen ihre Schlafsäcke holen. Zur selben Zeit traf sich der Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (Asta) der Uni, Andreas Jentsch, in Aachen mit den Vertretern anderer Hochschulen: „Alle wollen den Streik weiter aktiv vorantreiben”, sagt er.
Philipp Tacer, Düsseldorfs Asta-Referent für Hochschul-Politik erklärt zudem: „Bis zur Kultusministerkonferenz am 9. Dezember wollen alle auf jeden Fall durchhalten.” Es sei bislang viel zu wenig über die öffentliche Hochschulfinanzierung diskutiert worden. Es müsse nun mehr Druck auf die Politik ausgeübt werden.
Eine neue Würze bekommt der Streik auch, weil sich immer mehr Professoren zu Wort melden. Zu Wochenbeginn hatte bereits Düsseldorfs Altrektor Gert Kaiser erklärt, dass alle Hochschulangehörigen viel früher hätten protestieren müssen gegen die Art, wie die neuen Studiengänge umgesetzt wurden. „Stattdessen haben wir uns wie Schafe behandeln lassen”, sagte der Germanist.
Für Donnerstag, 16 Uhr, hat Düsseldorfs Historiker Gerd Krumeich angekündigt, in den besetzten Hörsaal zu kommen. Er will über „Bildung und Grundwissen im Wandel der Zeit” sprechen. „Grundsätzlich bin ich solidarisch mit den Forderungen der Studenten”, sagt er. Es müsse wieder eine Zeit anbrechen, in der jeder Student über Lerninhalte mitentscheiden könne.
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