Bildungsstreik in Düsseldorf: Studenten kämpfen gegen das Uni-System
VON THOMAS MEINDERS - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009 - 14:56Bundesweit protestieren Studenten aktuell mit dem sogenannten Bildungsstreik gegen die ihrer Meinung nach unzumutbaren Zustände an den Universitäten. In Düsseldorf wurden zwar noch keine Hörsäle besetzt, aber auch an der Heinrich-Heine-Universität formiert sich eine Protestbewegung.
Am Dienstagvormittag bildet eine große Demonstration durch die Innenstadt den eigentlichen Auftakt der Aktionen gegen den Bildungsstreik. Doch schon vorher machen die Aktivisten an der Düsseldorfer Universität mobil.
"So langsam kommt die Bewegung ins Rollen", erzählt Agnes Wyka. Die 23-Jährige ist Mitglied der "AG Studiengebühren", die momentan mit einem Infostand an der Heinrich-Heine-Universität versucht, die Studienkollegen zum Mitwirken an den Protesten zu bewegen.
Dabei geht es um zwei zentrale Ziele: Die Abschaffung jeglicher Bildungsabgaben und die Abkehr vom Bachelor-/Mastersystem. "Wir sind erwachsene Menschen. Wir sollten in der Lage sein, unseren Stundenplan selbst zu gestalten", beklagt Wyka die fehlende Flexibilität des neuen Studienprogramms. Der Leistungs- und Zeitdruck sei zu groß, eine Ausrichtung auf einen Schwerpunkt nur schwer möglich. Zwar ist die Medizinstudentin in ihrem Studiengang nicht unmittelbar von den Änderungen betroffen, möchte aber trotzdem gegen das ihrer Meinung nach unvorteilhafte System vorgehen. "Und die Studiengebühren betreffen mich ja auch."
Mit ihrer Aktion auf dem Campus versuchen die Studenten, Gleichgesinnte zu finden, die sich für die Ziele engagieren wollen. "Das Interesse ist auf jeden Fall da", sagt Wyka. Gleichzeitig gibt sie jedoch zu, dass ihre Aktivistengruppe im Vergleich zu anderen Universitäten recht klein ist. Das ist auch ein Grund weswegen in Düsseldorf noch keine Hörsäle besetzt wurden. "Mit 20 Leuten kann man halt keine Uni besetzen", bekennt Wyka, die Aktionen solcher Art für die Zukunft allerdings nicht ausschließen möchte. Was konkret geplant ist, verrät sie noch nicht, "das werden die nächsten Tage zeigen."
Bei den Kommilitonen stößt die Aktion auf zwiespältige Gefühle. Zwar kann sich ein Großteil der Studenten mit den Zielen identifizieren. Die Wirkung wird allerdings mitunter bezweifelt. "Das ist schon eine gute Sache, aber das bringt doch nichts. Die Politiker kann man damit nicht bewegen", sagt beispielsweise Medizinstudent Omar Alkhalaf.
Da sind andere schon optimistischer. "Ich denke schon, dass das sinnvoll ist. Und die Präsenz in den Medien ist ja schon ein Erfolg", erzählt Simon Geraedts. Selbst engagieren möchte sich der Germanistikstudent allerdings nicht. "Ich habe jetzt praktisch nur noch meine Masterarbeit vor mir. Wäre ich im ersten Semester, wäre es eventuell etwas anderes."
Auch in Duisburg steht am Dienstag eine große Demonstration auf dem Programm. Dort soll es um 9 Uhr losgehen.
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