Erster Hochhauslauf: Stufe für Stufe zum Glück
VON DANIEL SORKAU - zuletzt aktualisiert: 17.09.2007 - 08:30Düsseldorf (RPO). Am Wochenende lieferten sich Hobbysportler ein Duell im Hochhaus der Stadtsparkasse. Bei der der Familien Messe fand dort im Treppenhaus der erste Hochhauslauf statt. Auch der einzige Profi-Treppensteiger war zu Gast.
Dichtes Gedränge, nervöses Aufwärmen. Mehr als 100 Sportler warten ungeduldig an der Startlinie. Einige lächeln, andere konzentrieren sich bereits voll auf den Start. In wenigen Augenblicken beginnt der erste Düsseldorfer Hochhauslauf im Gebäude der Stadtsparkasse an der Berliner Allee.
Und dann geht‘s los. „Drei, zwei, eins, go!“ Die Startnummer eins ist auf dem Weg nach oben, die nächste folgt in 25 Sekunden. Die ersten Meter sind noch ebenerdig, danach tauchen die Stufen vor den Teilnehmern auf. Der nächste Starter steht bereit und gibt direkt Vollgas. „Ich krieg dich Holger“, ruft im sein Freund, der direkt hinter ihm ins Rennen geht, zu.
Hinten im Feld ist es noch ruhig. „Keine Ahnung, wie schnell ich oben bin“, sagt Manuela Höppner. Der Hochhauslauf ist ihre Premiere in der Disziplin. Mit Aerobic hat sich dieser 47-Jährige auf das Rennen vorbereitet. „Erst mal ankommen“, lautet ihr Ziel.
Auf der zehnten Etage schwächeln einige Sportler. Im Erdgeschoss legten alle noch mit einem Wahnsinnstempo los, nahmen mehrere Stufen auf einmal. Zur halbzeit sind die meisten deutlich langsamer. Hobbysportler mit schmerzverzerrten Gesichtern schleppen sich die Stockwerke hoch. Schweiß strömt aus allen Poren der Teilnehmer. „Warum mach ich den Mist“, denkt sich mancher. Da kommt die Unterstützung von den Streckenposten gerade recht. Mit Ratschen veranstalten sie im Treppenhaus einen Höllenlärm. Nicht auszuhalten. Schnell nach oben.
In der 20. Etage wartet endlich das Ziel. Geschafft! Mit hochroten Köpfen stolpern die Teilnehmer über die Ziellinie. Die Ratschen kündigen den nächsten Treppensteiger an. „Hopp, Hopp, Hopp, nur noch zwei Etagen…nur noch eine“, rufen die Streckenposten. Wenige Augenblick später kommt Dirk Westmeier, Kampfname Puma, auf der Dachterrasse an. Sein Blick sagt alles. Her mit dem Wasser, aber schnell. Sauerstoff wäre auch nicht schlecht. Etwa zweieinhalb Minuten ist er gelaufen. Das gehört zu den besseren Zeiten. Der 39-Jährige ist Mitglied der Fortuna-Laufabteilung und hat fleißig geübt: „Bei mir im Haus habe ich das ausprobiert. Die anderen Bewohner haben gedacht, ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank.“
Auch Manuela Höppner ist mittlerweile im Ziel angekommen. „Am Anfang war ich zu schnell“, berichtet sie. Etwas mehr als vier Minuten hat die Hobbysportlerin gebraucht. „Ab der zwölften Etage wurde es richtig hart“, findet sie. „Aber der Ausblick über die Stadt entschädigt für die Anstrengung.“
Für Stefan Minten, weltweit einziger Profi-Hochhausläufer, wird es ernst. Die Startuhr tickt runter und ab geht‘s. Zu dem Zeitpunkt läuft noch alles super. Oben sieht‘s dann anders aus. Mit einem Schuh in der Hand kommt er auf die Terrasse. Kraftausdrücke fallen, den Schuh knallt er auf die Ziellinie. Was war passiert? „Zwischen der fünften und sechsten Etage ist der Schuh aufgegangen und ich bin rausgerutscht“, berichtet der 39-Jährige. Die Zeit ist im Eimer. Am regulären Wettbewerb nimmt er allerdings eh nicht teil. Außerdem ist Minten auf längere Distanzen spezialisiert. „Die 20 Stockwerke sind für mich ein Sprint“, sagt er.
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