Randale: Stuhlwurf: Arrest für 18-Jährigen
zuletzt aktualisiert: 28.08.2009 - 07:34Düsseldorf (RPO). Wegen seiner Rolle bei der Fortuna-Randale Ende Mai ist ein 18-jähriger Gymnasiast mit einer Woche Jugendarrest bestraft worden. Außerdem muss der Heranwachsende, der zuvor schon zwei Mal wegen Gewaltdelikten mit der Justiz in Konflikt gekommen war, ein Anti-Gewalt-Training von mindestens 40 Stunden absolvieren.
Unter Tränen nahm der junge Mann das Urteil an. Der Dauerarrest soll in den Ferien vollstreckt werden, damit der 18-Jährige keine schulischen Nachteile erleidet.
Kein Pardon mehr
Er sei angetrunken gewesen und habe niemanden verletzen wollen. Mit dieser Version hoffte der Schüler anscheinend, wieder ähnlich milde wegzukommen wie bei zwei vorherigen Verfahren. Bei seinem ersten Gewaltdelikt war das Verfahren noch eingestellt worden. Als er danach aber einem auswärtigen Fußball-Fan nahe der Arena mit einem Kopfstoß die Nase brach, verhängte die Jugendrichterin gegen den 18-Jährigen bereits 40 Arbeitsstunden. Jetzt, bei der dritten Anklage, kannte die Richterin kein Pardon mehr.
Bei Ausschreitungen nach dem Aufstieg der Fortuna in die Zweite Fußball-Bundesliga war es Ende Mai zu erheblichen Übergriffen gegen Polizei und Rettungskräfte gekommen. Dabei hatte der Gymnasiast Polizeibeamten einen Metallstuhl nachgeworfen, aber niemanden getroffen. Der Alkoholpegel des 18-Jährigen, der bei dem Vorfall knapp über ein Promille betragen haben soll, ließ die Richterin "nicht zur Entlastung" gelten.
"Dieser Angeklagte braucht einen Denkzettel, damit er endlich merkt: So geht es nicht!" Schließlich habe der Schüler durch seine Aktionen "gezeigt, dass er die falsche Einstellung hat – und die muss ihm ausgetrieben werden", erklärte die Richterin in ihrem Urteil. Die Staatsanwältin hatte sogar zwei Wochen Dauerarrest gefordert.
Untersuchungen gegen Polizisten
Parallel dazu prüft die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft rund ein Dutzend Strafanzeigen gegen Polizeibeamte. Passanten und Zuschauer hatten beklagt, dass sie damals von den Einsatzkräften angerempelt, mit Pfefferspray getroffen oder sogar geschlagen worden seien. Der für diese Verfahren zuständige Staatsanwalt erklärte gestern, dass die Polizisten bei dem Einsatz alle Helme trugen und daher schwer zu identifizieren seien. Um die Vorwürfe gegen die Ordnungskräfte besser untersuchen zu können, sollen die Videoaufnahmen des damaligen Einsatzes gesichtet werden.
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