Nachtresidenz: Süßlicher Qualm weist Polizei auf Dealer hin
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 09.09.2008Düsseldorf (RPO). Sie hätten auch ein Schild mit der Aufschrift „Heute frisches Marihuana“ vor der Nachtresidenz aufstellen können: Zwei Drogenhändler aus den Niederlanden sind in der Nacht zum Sonntag eigens nach Düsseldorf gereist, um bei den Besuchern der In-Discothek an der Bahnstraße ihr Rauschgift loszuwerden.
Doch die „aufreizende“ Art, in der die beiden 18 und 24 Jahre alten Männer den unverwechselbar süßlichen Qualm in die Luft bliesen, um potenzielle Kunden anzulocken, weckte schon nach wenigen Minuten die Aufmerksamkeit zweier Polizisten in Zivil.
Die waren eigentlich da, um Düsseldorfs hartnäckigsten jugendlichen Intensivstraftätern auf die Finger zu schauen – doch nun beobachteten die Beamten des „ET Jugend“ eben zuerst einmal die jungen Niederländer. Die beschränkten ihre Werbestrategie bald nicht mehr auf demonstratives Wölkchen-Pusten, sondern sprachen bald auch gezielt Disco-Gäste an, boten ihnen kleine Portionen des Rauschmittels an. Die Polizisten nahm das Duo darauf hin fest. In einem niederländischen Leihwagen fanden die Ermittler mehr als 30 Marihuana-Päckchen zu fünf bis zehn Gramm.
Beim Kilopreis von zurzeit etwa 1200 Euro, die Marihuana in den Niederlanden kostet, hatten die jungen Männer mit einem schnellen Gewinn gerechnet. Bis zum Fünffachen des Einkaufspreises soll angeblich in Deutschland beim Weiterverkauf in Miniportionen erzielt werden. Über ihre Preise und Absichten schwiegen die verhinderten Dealer jedoch nicht nur bei der Polizei, sondern auch beim Amtsrichter, der wegen der Einfuhr und des Handels von „nicht geringen Mengen“ Rauschgift Haftbefehl gegen beide erließ.
Wegen des seit Jahren steigenden Wirkstoffgehalts THC warnen Experten vor der Verharmlosung des in den 60er Jahren bekannt gewordenen Hanfprodukts Marihuana.
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