Schlechte Ergebnisse in ADAC-Test: Taxi: Beschwerden erwünscht
VON FELIX OHMES - zuletzt aktualisiert: 28.10.2009 - 07:55Düsseldorf (RPO). Um beim nächsten ADAC-Taxi-Test wieder bessere Noten zu bekommen, setzt die Düsseldorfer Taxi-Genossenschaft auf ihr Beschwerde-Telefon. Man sei auf die Beschwerden der Kunden angewiesen, um schwarze Schafe aus dem Verkehr ziehen zu können, erklärt Dennis Klusmeier, Vorsitzender der Taxi-Genossenschaft.
Vom 10. Juni bis 3. August hatten Experten des Automobilclubs inkognito das Verhalten der Düsseldorfer Taxi-Fahrer unter die Lupe genommen – und waren mitunter zu erschreckenden Ergebnissen gekommen: Telefonate ohne Freisprechanlage, Umwege und schmutzige Fahrzeuge. In dem Beschwerde-Büro der Genossenschaft kümmern sich täglich drei Mitarbeiter um die Anliegen der Kunden.
Verträge werden nicht verlängert
"Die Leute beschweren sich über ganz unterschiedliche Dinge", sagt Klusmeier. Es komme unter anderem vor, dass sich die Kunden darüber beschwerten, dass es im Taxi nach Zigarettenrauch gerochen habe, der Fahrer einen Umweg gefahren oder unhöflich gewesen sei, oder dass sie im eigenen PKW von einem Taxi geschnitten worden seien, so der Genossenschafts-Vorsitzende.
Klusmeier und seine Kollegen nehmen diese Beschwerden sehr ernst: "Zunächst bitten wir die Kunden, uns die Beschwerde schriftlich zuzusenden", sagt Klusmeier. Daraufhin werde der entsprechende Fahrer gebeten, sich zu dem Vorfall zu äußern. Dann entscheidet der Vorstand, ob der Taxi-Fahrer mit Konsequenzen zu rechnen hat. "Das kann entweder ein kleiner Hinweis oder auch eine Geldstrafe von bis zu 1000 Euro sein. Und die ganz üblen Geschichten geben wir an das Straßenverkehrsamt weiter", erklärt Dennis Klusmeier. Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass die Genossenschaft nicht der Eigentümer sei, erklärt Klusmeier: "Wir sind ein Zusammenschluss von einzelnen Unternehmern."
Zwischen den Fahrern und der Genossenschaft besteht ein Vertragsverhältnis: "Wir entledigen uns der schwarzen Schafe, indem wir die Verträge einfach nicht mehr verlängern", so Klusmeier. In den vergangenen drei Jahren sei das 20 bis 30 Mal vorgekommen. Im Schnitt seien es zwei bis drei Prozent der rund 4000 Fahrer, die sich daneben benähmen, meint Klusmeier.
Im Falle einer Beschwerde rät der Genossenschafts-Vorsitzende, sich die Nummern auf dem Fahrer-Ausweis und auf der Heckscheibe des Taxis zu notieren sowie sich eine Quittung geben zu lassen. "Wir begrüßen die Beschwerden der Fahrgäste, denn nur so können wir besser werden und verhindern, dass diese Fahrer unseren Ruf beschädigen." (Beschwerdetelefon: 777 647)
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







