Ab Herbst: Taxifahren wird teurer
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 19.06.2008Düsseldorf (RPO). Bei den Parteien wächst die Bereitschaft für höhere Tarife. Den geforderten Aufschlag von 7,8 Prozent halten sie jedoch für zu hoch. Die Taxifahrer sehen ihre Existenz bedroht, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden.
Düsseldorfer müssen sich ab Herbst wohl auf höhere Taxigebühren einstellen. In der ersten Sitzung des zuständigen Ordnungs- und Verkehrsausschusses nach der Sommerpause müssen die Politiker entscheiden, in welcher Höhe die Taxifahrer einen Zuschlag erhalten. Sie fordern eine Erhöhung von 7,8 Prozent. So viel wird es nach Angaben von Rolf-Jürgen Bräer (SPD) nicht werden. Der Ausschussvorsitzende will sich nicht festlegen, weil die Verhandlungen noch laufen; aber auf etwa die Hälfte werde man sich einigen können.
Entscheidend wird sein, wie weit sich FDP und CDU bewegen. Unions-Verkehrspolitiker Andreas Hartnigk hatte noch kürzlich höhere Taxigebühren grundsätzlich abgelehnt. Die Liberalen zeigten Bereitschaft, über einen Aufschlag zu reden. Die Belastungen für die Taxifahrer durch gestiegene Spritpreise seien unglaublich groß geworden, so Manfred Neuenhaus.
Dennis Klusmeier, Vorstandsvorsitzender von Taxi Düsseldorf, hatte die Entwicklung bereits vor längerer Zeit aufgezeigt: Früher musste ein Taxifahrer monatlich 600 Mark fürs Tanken veranschlagen, heute sind es 900 Euro. Seine Kollegen besäßen kaum Rücklagen, um neben ihrem Lebensunterhalt auch ihre Altersvorsorge zu finanzieren. Überhaupt sei Taxifahren in Düsseldorf verglichen mit anderen Großstädten günstig. Klusmeier verweist auf eine Erhebung der Industrie- und Handelskammer Essen. Zum Stand der Verhandlungen wollte er sich gestern nicht äußern. Er wolle deren Fortgang nicht gefährden.
Wenn es nach den Wünschen der Taxifahrer geht, würde der Anstieg deutlich höher ausfallen. 7,8 Prozent würden nicht ausreichen, sagt ein Fahrer, der nicht genannt werden möchte. Um die höheren Kosten aufzufangen, müsste die Erhöhung eigentlich doppelt so hoch ausfallen. Der Liter Diesel koste 1,50 Euro und sei damit um 55 Cent teurer als nach der letzten Erhöhung der Taxigebühren im Jahr 2005. Bei einer Generalversammlung hatten vor einigen Wochen 99 Prozent der Mitglieder der Taxi-Genossenschaft für die Tariferhöhung gestimmt.
Abzuwarten bleibt, welches Opfer die Taxifahrer im Gegenzug für den Aufschlag bringen müssen. CDU-Politiker Hartnigk kündigte unlängst an, er wolle die erneute Debatte dafür nutzen, generell über die Tarifstruktur zu reden. Er halte viel davon, die unterschiedlichen Tarife abzuschaffen und somit zu mehr Transparenz zu kommen. Der CDU-Politiker setzt sich dafür ein, Tag- und Nachttarif zu vereinheitlichen und den Kilometerpreis für kurze und lange Strecken nicht mehr zu differenzieren. Er halte auch viel von festen Tarifen für Fahrten zwischen bestimmten Zielen. Dies habe sich in anderen Städten bewährt, so Hartnigk.
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