Droschken-Unternehmer wollen Konkurrenz-Zentralen: Taxis auf getrennten Wegen
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 20.12.2006 - 17:23Düsseldorf (RPO). Droschken-Unternehmer wollen zwei Konkurrenz- Zentralen aufbauen, weil sie mit der Genossenschaft unzufrieden sind. Sie fordern mehr Mitspracherecht bei geschäftspolitischen Entscheidungen
In der Taxi-Genossenschaft gärt es: Droschken-Unternehmer fühlen sich von der Genossenschaft nicht ausreichend vertreten, ärgern sich darüber, dass sie bei Entscheidungen für das Taxi-Gewerbe nicht beteiligt werden. Sie drohen damit, eigene neue Zentralen aufzubauen. Neben der bestehenden großen Zentrale der Genossenschaft und der Vermittlung von Rheintaxi könnte es dann noch zwei weitere eigenständige Zentralen geben. Das geht aus einem Rundschreiben hervor, das Unternehmer an ihre rund 800 Kollegen versandt haben.
Hinter den Bestrebungen stehen zwei Gruppen. Die eine hat sich um den Unternehmer Herbert Hembach formiert, der für mehr Wettbewerb eintritt. In der anderen haben sich vor allem ausländische Unternehmer zusammengefunden, die nicht Mitglied der Genossenschaft (siehe Info-Kasten) werden können. Grund sind Satzungsbestimmungen der Genossenschaft, die alle Unternehmer als Mitglieder ausschließt, die nicht EU-Bürger sind. Etwa 200 ausländische Unternehmer wollen nicht mehr hinnehmen, dass sie deswegen an Entscheidungen über die Genossenschaftspolitik nicht mitwirken können und kein Wahlrecht für den Vorstand haben. „Das ist mit demokratischen Vorstellungen in unserer Gesellschaft nicht zu vereinbaren“ ist Taxi-Unternehmer Uwe Weckmüller überzeugt. Er verfolgt daher mit Interesse die Auseinandersetzung um mehr Mitsprache zur Geschäftspolitik.
Die Konsequenzen einer Aufspaltung würden viele Unternehmer finanziell zu spüren bekommen. Denn die Kosten für die Zentrale und für die Standplätze müssten auf weniger Unternehmer verteilt werden, die Belastungen für den einzelnen steigen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage keine rosige Aussicht.
Die Forderungen der Unternehmer-Gruppen sind dem Vorstand der Taxi-Genossenschaft bekannt. Darauf weist das Rundschreiben der Unternehmer ausdrücklich hin. Der Vorstand bemüht sich offensichtlich, die Spaltung zu verhindern. Auf einer Versammlung mit allen Taxi-Unternehmern soll Anfang Januar über mögliche Lösungen innerhalb der Genossenschaft gesprochen werden.
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