Düsseldorf: Taxis gegen Shuttle-Dienste
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010 - 13:05Düsseldorf (RPO). Die Taxi-Branche steckt in der Krise: sinkende Zahl der Fahrten und Probleme mit dem Service. Die Taxi-Genossenschaft wirft anderen Beförderungsunternehmen vor, gegen die Regeln zu verstoßen. Aber: Immer mehr Unternehmen und Reisefirmen setzen auf solche Shuttle-Dienste.
Fast 200 000 Fahrten weniger als 2008 sind die Taxis in Düsseldorf im vergangenen Jahr gefahren. Warum? "Auch, weil sich ein Parallel-Universum gebildet hat und vieleMietwagenunternehmer nicht korrekt arbeiten", sagt Dennis Klusmeier. Der Vorstandsvorsitzende der Taxi-Genossenschaft meint die so genannten Shuttle Dienste, die mit Autos und Vans immer mehr Fahrten im Stadtgebiet absolvieren.
Sie fahren auf Telefonanruf Privatpersonen zum Ziel oder aber sie werden von Unternehmen für Fahrten gebucht. Die Taxi-Genossenschaft ärgert, dass diese Transportdienste immer öfter Leute auf der Straße aufnehmen, obwohl sie das rechtlich nicht dürfen. "Sie nehmen den Taxis einen Teil des Geschäfts weg", sagt Klusmeier.
141 mehr Mietwagen und Shuttle-Dienste in 15 Jahren
Fakt ist: Die Zahl der Mietwagen und Shuttle-Dienste hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Wo 1995 nur 98 Mietwagen auf Düsseldorfs Straßen fuhren, stieg die Zahl über 160 in 2005 auf aktuell 239 Fahrzeuge. Das sind 141 mehr Mietwagen und Shuttle-Dienste in 15 Jahren. Der Markt boomt, während die Taxis Verluste hinnehmen müssen.
"Ganz klar, der Service und die Freundlichkeit ist bei den Taxifahrern nicht gut. Die sollten sich mal verbessern", sagt Murat Yüksel. Er ist Inhaber der Shuttle Express GmbH mit Sitz am Flughafen. Mit seinen Fahrzeugen ist er seit drei Jahren spezialisiert auf den Personentransport zum und vom Flughafen.
Yüksels Geschäft boomt, sagt er. Er fährt Privatpersonen, doch den Großteil seines Geschäfts macht Yüksel mittlerweile mit Firmen. Vor allem Reisefirmen, für die er Urlauber zum Airport transportiert. "Wir sind bis zu 50 Prozent billiger als normale Taxis", behauptet Yüksel.
"Und vor allem zuverlässiger und mit mehr Service", sagt der Vorstand eines mittelständischen Unternehmens. Dort sei es selbstverständlich, dass der Fahrer die Routen und Ziele kenne. Firmen charterten beispielsweise einen Mietwagen und der Fahrer chauffiere Geschäftsleute von und zur Messe, zu Terminen und ins Hotel. Das sei zuverlässig und rechne sich, statt immer wieder Taxis einzeln anzufordern, sagt ein Firmenchef.
"Unlautere Methoden" der Mietwagen-Chauffeure
Der Markt dieser Shuttle-Dienste wächst. Sie machen den herkömmlichen Taxis einen deutlichen Teil des Marktes streitig. "Vor allem mit unlauteren Methoden", sagt Klusmeier. So dürfen Mietwagen laut Verordnung nur von ihrem Standort zu einer Fahrt starten und müssen nach dem Auftrag wieder zurückkehren.
"Viele picken aber unterwegs Fahrgäste auf. Das dürfen sie nicht", ärgert sich Klusmeier. Sie führen, weil sie als Mietwagen von normalen Pkws nicht zu unterscheiden seien, "unsichtbar durch die Gegend und verdienen", sagt er. Das hat bereits zu vielen Beschwerden beim Straßenverkehrsamt geführt. Doch dort passiert wenig, sagt ein anderer Insider. Die Behörde sei chronisch unterbesetzt und völlig damit überfordert, die Mietwagen zu überprüfen.
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