Auszeichnung der Volksbühne Düsseldorf: Theaterpreis für Klein Hardy
zuletzt aktualisiert: 01.12.2005 - 17:15Düsseldorf (dto). Als markigen Abenteurer und Weltenbummler kennt man ihn. Und als Idol der Mädels. Am Donnerstagabend war Hardy Krüger jun. in Düsseldorf in einer ganz anderen Rolle zu erleben: als Preisträger. Da nahm er in der Volksbühne aus der Hand des Vorsitzenden Joseph Kruse den zweiten Theaterpreis der Volksbühne entgegen.
Im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben die Oberkasseler den Preis, mit dem sie auf besondere künstlerische Leistungen auf den Düsseldorfer Bühnen aufmerksam machen wollen. Und mit Krüger haben sie nun einen Mann geehrt, der das schauspielerische Talent von seinem Vater geerbt hat und das im Jahr 2003 in der Komödie „Schmetterlinge sind frei“ eindrucksvoll bewiesen hatte.
Die Komödie „Schmetterlinge sind frei“ zählt zu den Klassikern des Boulevardtheaters. 2003 feierte das Werk von Leonhard Gershe Premiere in der Düsseldorfer Komödie. Klein-Hardy spielte die Hauptrolle: Er stellte den blinden Don Baker dar, der sich von seiner besitzergreifenden Mutter befreien möchte und sich in seine unkonventionelle Wohnungsnachbarin Jill verliebt.
Das Stück war auch sonst prominent besetzt: Die renommierte Theater- und Filmschauspielerin Renate Geißler spielte die Mutter und Jill wurde von Stephanie Kellner dargestellt, die aus TV-Rollen bei „Marienhof“ oder „Eine glückliche Familie“ bekannt ist. Für Krüger ist es ein Stück, "das man einfach gespielt haben muss“. Für ihn war es die erste große Bühnenrolle. Und deshalb war es besonders mutig, dass er gleich in die Rolle eines Blinden schlüpfte. Aber er wirkte überzeugend, hatte sogar mit verbundenen Augen geprobt, um sich in die Rolle hineinzudenken.
Sein Weg auf die Bühnen ist abenteuerlich. Den gelernten Koch und Barkeeper hatte es mit knapp 20 nach New York gezogen. „Weil mich meine große Liebe verlassen hatte“, sagt der Frauentyp, verheirateter Vater zweier Kinder. Im Taxi fand er ein Magazin, in dem nur Vorsprechtermine standen. „Ich war neugierig. Also ging ich hin.“ Eine Rolle wollte er nicht, doch die bot ihm der berühmte Lester Wilson an. Er bekam den Job, ging nach Los Angeles und kam nach drei Jahren 1991 wieder nach Deutschland zurück, um erneut in der Gastronomie zu arbeiten. „Das war schon eine schöne Zeit“, erinnert sich Krüger, der bis spät in die Nacht arbeitete und heute mit seiner Frau und den beiden Jungs im Alter von elf und sechs Jahren in Bayern lebt.
Klein-Hardy ist Schauspieler aus Leidenschaft. Wenn der Vorhang aufgeht, verabschiede er sich aus seinem Leben, er sei erst wieder da, wenn es vorbei ist, erzählt Krüger. Als Blinder hatte er überzeugend ins Leere geblickt. „Ich habe überhaupt nichts gesehen, erst wenn der Schluss-Applaus kam, habe ich wieder gemerkt, was im Theatersaal vor sich geht." Sonst habe er nur gehört. Es sei eine faszinierende Rolle gewesen.- RP ONLINE
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