Gründer ist ein Nichtraucher: Toleranzclub gegen Rauchverbot
zuletzt aktualisiert: 30.04.2008 - 11:38Düsseldorf (RPO). Ausgerechnet ein Nichtraucher hat jetzt mit 14 Frauen und Männern, in der Mehrzahl ebenfalls Nichtraucher, einen neuen Raucherverein gegründet. Vorsitzender Johannes Köntges (59) und die anderen Nichtraucher wollen den qualmenden Freunden ermöglichen, auch nach dem 1. Juli, wenn das Nichtrauchergesetz in Kraft tritt, weiter in der gemeinsamen Stammkneipe zu paffen.
Der neue Verein mit dem langen Namen: „Raucherei - Verein zur Erhaltung der Rauchkultur in Düsseldorf und zur Förderung der gegenseitigen Toleranz“, hat seinen Sitz in der Kneipe „Koncilia“ an der Bagelstraße, die jetzt aus nahe liegenden Gründen auch Vereinsheim genannt wird.
Den ehemaligen Programmierer Köntges stört Qualm in einer Gaststätte überhaupt nicht. „Mich stört nur, dass, wenn die Raucher ab Juli auf die Straße gehen müssen, ich mich mit ihnen nur noch per Handy unterhalten kann.“ Mit der gegenseitigen Toleranz von Rauchern und Nichtrauchern verfolge der Verein neben der Förderung der Rauchkultur im Wesentlichen gemeinnützige Zwecke.
Die Mitglieder (die zweite Vorsitzende Heidemarie Heidkamp gehört zur Raucherfraktion) sind allesamt Stammgäste im „Koncilia“. Ihre Satzung haben sie nach dem Vorbild des Hamburger Modells beschlossen. Sie wird jetzt dem Gericht zur Eintragung ins Vereinsregister vorgelegt. Der Verein, so Köntges, will die althergebrachte Gemeinschaft von Rauchern und Nichtrauchern und „ihren freundschaftlichen Umgang miteinander in einer gemütlichen und beliebten Eckkneipe“ retten und bewahren. „Der 1. Juli rückt näher. Da musste schnell etwas geschehen.“
Kritik übt er dabei am Hotel und Gaststättenverband: „Die haben bis heute noch nicht versucht, beim Oberverwaltungsgericht Münster eine einstweilige Verfügung gegen das geplante Gesetz zu erwirken.“ Ob der Verein neben der 160 Quadratmeter großen Gaststätte „Koncilia“ von Gastwirt Stefan Bewenda auch andere Düsseldorfer Kneipen aufnimmt, wollen die Mitglieder in den nächsten Wochen prüfen. Der Verein erhebt eine Aufnahmegebühr von sechs Euro und einen Jahresbeitrag von fünf Euro.
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