Trotz Kurden-Demo: Top-Tag im Weihnachtsgeschäft
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 17.12.2007 - 08:24Düsseldorf (RPO). Es war kalt, es war trocken und die Kurden-Demo bemerkte am Samstag kaum einer: Die Händler freuen sich über den umsatzstärksten Tag im Weihnachtsgeschäft. Die Hoffnung auf einen verkaufsträchtigen Endspurt wächst.
Kaufleute neigen nicht zu überschwänglichem Jubel, doch die Stimmung unter den Händlern stieg am Samstag merklich mit den parallel sinkenden Temperaturgraden. „Der Samstag vor dem dritten Advent war der umsatzstärkste Tag im bisherigen Weihnachtsgeschäft“, sagt Rainer Gallus vom Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband.
Der Einzelhandel und die Warenhäuser meldeten Umsätze nahe am Vorjahresergebnis oder übertrafen dieses sogar noch. Das kalte, trockene Wetter bescherte der Stadt einen Ansturm von Weihnachtseinkäufern. Über eine Million Menschen kamen, unter anderem mit etwa 400 Bussen von auswärts. Die Parkhäuser waren laut Polizei gut ausgelastet, aber nicht überfüllt. In 20Fällen (Vorjahr 28) hatten Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge so geparkt, dass sie abgeschleppt wurden. Mit Verwarnungen kamen 178 davon (Vorjahr 136). Ein Autofahrer wurde wegen Missbrauch eines Parkausweises für Schwerbehinderte angezeigt.
Das befürchtete Verkehrs-Chaos wegen der Kurden-Demonstration mit 10000 Teilnehmern blieb aus. Die Polizei meldete zwar viel Verkehr und viele Besucher, den ganzen Tag über aber lief alles „störungsfrei“. Der Sprecher der Einzelhändler, Dirk Henckel, beklagte zwar weniger Kunden in den Mittagsstunden, gravierende Auswirkungen hätten jedoch vermieden werden können.
„Endlich zog die Winterware an“ hieß es vor allem in der Bekleidungsbranche. „Lange haben wir darauf gewartet, dass es kalt wird“, sagt Thorsten Rolfes, Geschäftsführer bei C&A. Deutlich mehr Umsätze habe er am Samstag im Vergleich zum Vorjahr notiert. Vor allem die Winterbekleidung sei stark nachgefragt worden. Da es in den nächsten Tagen kühl bleiben soll, erwartet Rolfes auch am letzten Adventssamstag noch einmal starke Umsätze. Neben der Winterbekleidung wurden vor allem Uhren, Textilien, Schmuck und Parfümeriewaren nachgefragt, weiß Gallus. Im Technik-Bereich verstärkte sich der Trend zu LCD- und Plasma-Fernsehern, mobilen Navigationsgeräten, MP3-Playern und Spielekonsolen.
Das sind Ergebnisse, die die Bilanz der Vortage möglichst revidieren sollen. „Die Umsätze in der Woche sind nicht so zufriedenstellend“, sagt Gallus. Deshalb setze man vor allem auf die Adventssamstage, die für eine ausgeglichene Bilanz sorgen. „Am nächsten Samstag werden die Menschen die verderblichen Waren fürs Essen noch nicht kaufen, weil es zwei Tage bis Heiligabend ist. Das werden sie wohl erst am Tag selbst tun“, schätzt Rolfes. Deshalb hoffen die Kaufleute auf den vierten Adventssamstag als letzten Trumpf .
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