Für Paul Spiegel: Trauerfeier in Düsseldorfer Synagoge
zuletzt aktualisiert: 04.05.2006 - 16:31Düsseldorf (dto). Mit einer bewegenden Trauerfeier hat die Jüdische Gemeinde Düsseldorf am Donnerstag Abschied von Paul Spiegel genommen. Zu den mehr als 600 Trauergästen für den verstorbenen Präsidenten des Zentralrats der Juden und Künstleragenten zählten neben der Familie und dem Freundeskreis auch Prominente aus Politik und Kultur. Auch Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf erwiesen Spiegel ebenso die letzte Ehre wie Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.
Anschließend wurde Spiegel im engsten Familien- und Freundeskreis auf dem jüdischen Friedhof in Düsseldorf beigesetzt. Der Rabbiner der Gemeinde, Julian-Chaim Soussan, würdigte Spiegel als einen väterlichen Freund und einen Menschen, der "Spuren hinterlassen hat, die nicht vergehen werden". Der Vizepräsident des Zentralrats, Salomon Korn, bezeichnete den Verstorbenen als einen Mann, der "stets auf Ausgleich bedacht" gewesen sei. "Paul Spiegel hinterlässt ein funktionsfähiges Präsidium, das seine Arbeit fortsetzt", sagte Korn.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Esra Cohn, erinnerte an Spiegels Zeit als Gemeinderatsvorsitzender. "Das Vakuum, das Du nicht nur in der jüdischen Gemeinde hinterlässt, wird fürchterlich sein", bekannte Cohn vor dem aus schlichten Holzbrettern bestehenden Sarg.Unter den Teilnehmern der Trauerfeier waren auch der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement und der frühere Vize-Präsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman. Auch Künstler wie Vicky Leandros, Frank Elstner und Ralf Möller gaben dem Toten das letzte Geleit.
Spiegel wurde am 31. Dezember 1937 im münsterländischen Warendorf geboren. Nach dem Abitur arbeitete er zunächst als Journalist und engagierte sich früh in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf sowie im Zentralrat der Juden, der höchsten politischen und religiösen Vertretung der in Deutschland lebenden Juden, an deren Spitze er mehr als sechs Jahre stand.
Der Zentralrats-Präsident hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Töchter. Mit seiner Familie lebte er seit Jahrzehnten in Düsseldorf. Dort betrieb er seit 1986 auch eine Künstleragentur und vermarktete einige der erfolgreichsten Stars des Fernsehens und der Bühne.
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