Premiere in der Komödie: Typisch Mann
VON REGINA GOLDLÜCKE - zuletzt aktualisiert: 18.01.2008 - 10:25Düsseldorf (RPO). In der „Komödie“ an der Steinstraße hatte Kristof Magnussons Schauspiel „Männerhort“ Premiere. Es spießt die Strapazen der Männer beim Shopping-Marathon der Frauen auf. Trotz manchmal nur plätschernder Dialoge gab es am Ende viel Applaus.
Das gelobte Land liegt im Heizungskeller. Eine Ledercouch zum Lümmeln, ein kühles Bier, ein altersschwacher Fernseher zum Fußballgucken, dazu ein paar Kumpel zum Quatschen: Es sind genügsame Freuden, mit denen sich Helmut (Stefan Reck), Eroll (Hagen Henning) und Lars (John Friedmann) jeden Samstag am Ziel ihrer Wünsche wähnen. Wahre Helden, die mit fadenscheinigen Ausreden ihren einkaufswütigen Frauen entkommen sind. Die sich nach der Hetzjagd durchs Shopping-Center im kuscheligen „Männerhort“ so erleichtert wie einfältig begrüßen: „Alles Lambada?“ „Alles Samba!“
Launig spießt Kristof Magnusson in seiner Komödie typische Männer-Strapazen beim weiblichen Shopping-Marathon auf. Mag er noch so harmlos mit einer Brosche beginnen, am Ende mündet er stets in einen unkontrollierten Kaufrausch. „Und wenn du denkst, du hast es geschafft, ist ein Schuhgeschäft in der Nähe“, stöhnt Eroll und klagt: „Untenrum ist mit Conny am schlimmsten.“
Die Regisseure Helmut Fuschl und Anatol Preisler haben „Männerhort“ für die Düsseldorfer „Komödie“ flott aufbereitet und dem Abend mit sparsamen musikalischen Einlagen ein paar Sahnehäubchen aufgesetzt. Richtig unterhaltsam wird es, wenn sich das Trio zum Quartett erweitert. Als strenger Feuerwehrmann bricht Thomas Freitag in die Unter-Tage-Idylle im Kaufhaus ein. Will das Versteck auffliegen lassen, entdeckt jedoch bald, dass er ein Bruder im Geiste und mit den dreien durch gemeinsame Erfahrungen verbunden ist. Und so schweben die Conny, die Anne, die Alexis und die Marion als unsichtbare Geister durch den Keller, während sich ihre Männer mitsamt ihren Eitelkeiten, Lebenslügen und Sehnsüchten nach und nach entlarven. Dem großkotzigen Lars werden kräftig die Flügel gestutzt (nur sein Handy-Gehabe nervt, durch ständiges Wiederholen wird ein Gag selten besser). Dem anfangs gebeutelten Eroll ist ein später Triumph beschieden, der forsche Helmut knickt allmählich ein, und dem braven Brandschützer Mario gehen gleich mehrere Lichter auf. Thomas Freitag spielt ihn beherzt und mit köstlichem Humor.
Immer wieder trumpft „Männerhort“ mit starken Momenten auf, etwa beim akribischen Einstudieren von Benimmregeln für den Einkaufsbummel. Häufig gelingt es dem Autor, die Realität trefflich abzulauschen, auch wenn die Dialoge mitunter gar zu gemächlich dahinplätschern. Dennoch werden Frauen wie Männer ihren Spaß an dieser Komödie haben, dafür sorgt allein schon der hohe Wiederkennungswert. Ein Satz, der es schmeichelhaft auf den Punkt bringt: „Frauen brauchen keine Hobbys, die haben ein Innenleben.“
Nicht nur für Pointen dieser Art spendete das Publikum viel Applaus. Er galt auch den vier Recken auf der Bühne und der stimmungsvollen Schluss-Sequenz, die einen Männertraum ganz eigener Art enthüllt.
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