Wehrhahn-Linie: U-Bahn-Bau trifft Kö-Bogen-Tunnel
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 24.05.2011Düsseldorf (RPO). Die Wehrhahn-Linien-Arbeiter sind im künftigen Bahnhof Schadowstraße nicht allein. Ein paar Meter weiter entsteht das zweite Großbauprojekt der Stadt: Der Autotunnel für den Kö-Bogen muss fertig sein, bevor unter dem Betondeckel der Bahnhof ausgebaut werden kann.
Sie arbeiten seit zwei Monaten Tag und Nacht. Und haben auch noch einen zweiten Job angenommen: Die Arbeiter, die unter der Kreuzung Schadowstraße / Berliner Allee ursprünglich "nur" den U-Bahnhof für die neue Wehrhahn-Linie bauen sollten, bereiten auch den ersten Autotunnel vor, der für den neuen Kö-Bogen entsteht.
Da sei es eng geworden auf der Baustelle, die für die Wehrhahn-Linie allein reichlich Platz geboten habe, sagte Ordnungs- und Verkehrsdezernent Stephan Keller gestern bei einer Besichtigung des Bahnhofs-Rohbaus. Eins nach dem anderen zu bauen sei aber nicht möglich: Die eine Röhre des Auto-Tunnels wird den U-Bahnhof überqueren. Und deshalb laufen die Arbeiten an beiden Projekten parallel. "Eine Herkulesaufgabe", sagte Keller, "aber wir schaffen das."
Bahnhof Schadowstraße
Die Tunnelbohrmaschine wird vier Wochen brauchen, um den künftigen Bahnhof zu durchfahren. Der Rohbau soll in einem Jahr beginnen. Dafür werden ab November unter dem jetzt betonierten Deckel rund 18 500 Kubikmeter Boden ausgehoben. Der Hohlraum zwischen Bahnhofsdecke und Auto-Tunnel wird mit 12 500 Kubikmetern Boden verfüllt.
Es bleibt auch gar nichts anderes übrig: Mitte Juni wird die Tunnelbohrmaschine Tuborine sich vom Corneliusplatz zur Schadowstraße durch gegraben haben. Spätestens dann muss die Decke des U-Bahnhofs fertig sein. Denn nur, während sich die Tuborine dann bis November zum Wehrhahn vorarbeitet, ist Zeit, den Autotunnel obendrauf zu setzen. Erst wenn der fertig ist, kann darunter der eigentliche U-Bahnhof ausgehoben werden.
13 000 Quadratmeter Schlitz- und Dichtwände sind am U-Bahnhof schon verbaut, auch der Deckel ist bereits fast fertig. Bis Pfingsten wird das letzte, etwa 35 Meter lange Stück betoniert. Das ist jene Decke, über der dann einmal die Autos durch den Kö-Bogen-Tunnel in Richtung Fischerstraße fahren sollen. Damit beim Warten auf die U-Bahn später niemandem bei diesem Gedanken mulmig wird: Allein dieser Deckelabschnitt wird aus 1600 Kubikmetern Beton und 400 Tonnen Stahl gebaut. Das entspricht 200 Lkw-Ladungen Beton und an Stahl ungefähr dem Gewicht eines nicht ganz voll beladenen Jumbo-Jets.
25 Meter unter der Schadowstraße entsteht zurzeit dieser Koloss, der nicht bloß ein Stück des 90 Meter langen Bahnsteigs, sondern auch die Verteilerebene des Bahnhofs überdachen wird, den Bereich also, in dem Treppen und Aufzüge eingebaut werden. Die Vorbereitungen für den Autotunnel bekommt der Autoverkehr derzeit bereits zu spüren: Unter der Berliner Allee sind noch jede Menge Leitungen und Kabel im Weg. Die werden nun verlegt und deshalb ist die Allee in diesem Bereich seit voriger Woche nur einspurig befahrbar. Das soll bis Oktober so bleiben.
Leitungen verlegen steht demnächst auch auf der Schadowstraße wieder an: Für den Bau der Schlitzwände waren die alle schon einmal von der einen zur anderen Straßenseite gewandert. Ab heute werden sie an ihren alten und neuen Platz zurück gelegt. Das wird die Anlieger freuen, deren Keller dann wieder Lichtschächte haben, und die ihre Mülltonnen dann wieder in die dafür vorgesehenen Schächte stellen können. Die Rückverlegung war eigentlich für März geplant, aber mit Rücksicht auf das Ostergeschäft für den Einzelhandel und später auf den ESC verschoben worden.
Es werden übrigens nicht nur die Kabel zurückverlegt, die sowieso schon in der Schadowstraße lagen. Für Stadtwerke und Telefonnetz-Betreiber kommen auch "reichlich" Leerrohre hinein, sagte Gerd Wittkötter, Projektleiter der Wehrhahn-Linie. "Wenn später der Bedarf an Strom und Medien steigt, muss die nicht wieder aufgerissen werden."
Sehen Sie die ersten Fotos dazu in unserer Bilderstrecke.
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