Wehrhahn-Linie: U-Bahn-Bau: Weitere Hindernisse
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009 - 07:20Düsseldorf (RPO). Damit das Leben in der Stadt nicht zu sehr beeinträchtigt wird, nehmen die Planer der Wehrhahn-Linie Rücksicht auf Wege für Fußgänger, einen Friedhof und eine alte Platane. Der Untergrund unter dem Kaufhof an der Kö wird sogar vereist.
Ein Hindernis für die Fußgängerströme zwischen Schadowstraße und Altstadt ist beseitigt. Die U-Bahn-Planer haben auf der Theodor-Körner-Straße neben dem Breidenbacher Hof kurzerhand eine Fahrspur für Autos zu einem Gehweg gemacht. "Für die vielen Besucher, die in der Vorweihnachtszeit in der City zu den Geschäften und zum Weihnachtsmarkt bummeln, mussten wir Platz schaffen", erklärt Gert Wittkötter, der Projektleiter des U-Bahn-Baus, die Änderung des Straßenverlaufs.
Der schmale Gehweg vor dem Hotel hätte die Masse der Fußgänger nicht fassen können, die Ecke vor der Ampel wäre ein Sicherheitsrisiko gewesen. Die Verbreiterung des Gehwegs ist jedoch für Wittkötter nichts Besonderes, weil "beim U-Bahn-Bau auf das Leben in der Stadt Rücksicht zu nehmen ist".
Das gilt nicht nur für Fußwege-Verbindungen, sondern auch für stadtbildprägende Elemente. Deshalb genießt die uralte Platane an der Straße Am Wehrhahn /Einmündung Wielandstraße einen besonderen Schutz. Damit der markante Baum nicht unter dem Umbau für die Grabungsarbeiten leidet, wurden eigens die neuen Straßenbahnschienen um die Bauminseln herumgelegt.
Fachleute des Gartenamtes sorgen zudem dafür, dass die Wurzeln des mächtigen Baumes bei den Ausschachtungen nicht beschädigt werden. Selbst der Verlauf des Tunnels nimmt auf die Platane Rücksicht. Wenn später direkt neben ihr die Züge der Wehrhahn-Linie aus dem Tunnel an die Oberfläche kommen, bleibt ein Sicherheitabstand von 5,50 Meter bestehen.
Das Schonen der Bäume gehört zu den Voraussetzungen der Planung, betont Wittkötter. Zwar mussten auf der Elisabethstraße für den neuen Tunnel zig Bäume gefällt werden, aber die Planer versuchen, möglichst viel Grün zu retten. Linden am Graf-Adolf-Platz oder eine Kastanie am Kirchplatz fielen den Baustellen nicht zum Opfer. Und die schönen Magnolienbäume vom Corneliusplatz sind während der Bauzeit in einer Baumschule untergebracht. Solche vorausschauenden Planungen haben in Düsseldorf Tradition. So wurde beispielsweise der Tunnel für den ersten Streckenabschnitt unter dem Hofgarten in den 1970-er Jahren so gelegt, dass die stattlichen Bäume im Hofgarten überleben konnten.
Auf zwei weitere Punkte mussten die Ingenieure der Wehrhahn-Linie Rücksicht nehmen. Bei den Ausschachtungen auf der Kasernenstraße stießen Bauarbeiter auf Gräber eines ehemaligen jüdischen Friedhofes. Damit die Totenruhe gewahrt bleibt, wird in diesem Streckenabschnitt nicht die offene Bauweise angewandt, sondern das Friedhofsfeld mit einer Konstruktion unterfangen, darunter dann das Erdreich weggebuddelt.
Und schließlich war der vorhandene Bahnsteig des U-Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee für die Wehrhahn-Linie Dreh- und Angelpunkt für die Planung. Er war seinerzeit beim Bau des unterirdischen Knotenpunktes vorausschauend angelegt und betoniert worden. Damit beim Graben der Tunnel-Anschlussstücke der Kaufhof an der Kö sicher und erschütterungsfrei steht, wenden die Ingenieure ein besonderes Verfahren an.
Sie treiben Rohre unter dem Kaufhof durchs Erdreich, pumpen Kühlflüssigkeiten hinein und vereisen den Boden. "Auf dem Eispanzer steht der Kaufhof sicher", sagt Wittkötter. Die Bohrmaschinen für die Kühlrohre stehen direkt an dem Kaufhaus. Deshalb ist es dort besonders eng, wird der Gehweg eingeengt. Nur zur vorweihnachtlichen Zeit ist er verbreitert worden.
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