Baustelle in Bilk: U-Bahn: Der Bohrer kann kommen
VON JAN SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 03.06.2009 - 18:01Düsseldorf (RPO). Elf Meter ist die Grube in Bilk für den Startschacht der Wehrhahn-Linie bereits tief, bis Oktober soll sie 17 Meter tief sein. Weitere 6000 Kubikmeter Erdreich müssen dafür noch ausgehoben werden. Der Beginn der Tunnelbohrung steht jetzt fest: Am 1. März 2010 soll es losgehen.
Sie ist 100 Meter lang, elf bis 23 Meter breit und derzeit elf Meter tief: Die Baugrube für den Startschacht der Wehrhahn-Linie in Bilk wächst weiter in die Tiefe. Bis zum Oktober soll der Schacht am Südende 14 Meter, im nördlichen Teil 17 Meter tief werden, sagt Projektleiter Gerd Wittkötter.
Dies hängt damit zusammen, dass auf dem Stück Elisabethstraße zwischen Bilker Allee und Bachstraße einst die Bahnen Richtung City über eine Rampe hinab in den Tunnel einfahren werden. „Die Tunnelbohrmaschine wird sowohl leicht nach unten als auch sofort um eine Kurve fahren”, sagt Wittkötter ein anspruchsvoller Start für die so genannte Schildfahrt, die dann bis zur Benrather Straße geradeaus verläuft.
Still ist es, elf Meter unter den Straßen von Bilk und damit einen guten Meter unterhalb des Grundwasserspiegels. Der Verkehrslärm dringt nur gedämpft in die Baugrube, in der am 1. März 2010 die Tunnelbohrmaschine für die Wehrhahn-Linie Richtung Norden losfahren soll.
Die Spitze des Stadtteilzentrums ist aus dem Startschacht heraus zu sehen, aus dem Augenwinkel zudem die Straßenbahnen, die die Kurve vor dem Bilker S-Bahnhof nehmen. Dann jedoch schmeißt ein Arbeiter eine Ankerbohrmaschine an und vorbei ist es mit der Ruhe in der Grube.
Unten im Schacht überwacht Herbert Leondaris, Oberbauleiter für Spezialtiefbau von Bilfinger und Berger, den Fortschritt der Bauarbeiten. Derzeit werden die Schlitzwände, die die Grube umgeben, mit Ankern gesichert - sonst würden sie sich nach innen neigen.
Diese Wände ragen bis zu 30 Meter tief in die Erde und sind 80 Zentimeter dick, insgesamt 285 Meter lang. Um sie zu sichern, werden in einem Abstand von 1,50 bis zwei Metern Löcher gebohrt, in denen Bündel aus Stahldrähten bis zu 25 Meter tief in den Boden geschoben werden.
Anschließend wird alles mit Spezialbeton verpresst. Insgesamt müssen 500 Anker gebohrt werden, 400 sind fertig. Gut zweieinhalb Stunden braucht ein fünfköpfiges Team für eine Ankerbohrung. Gleichzeitig werden pro Stunde 30 bis 35 Kubikmeter Grundwasser abgepumpt, damit es in der Grube trocken bleibt.
Am Nordende des Schachtes ragt ein anderthalb Meter hoher „Balkon” aus Beton aus dem Erdreich hervor. "Das ist ein Schutzschirm, der durch horizontale Zement-Hochdruckinjektionen durch Rohre entstanden ist", sagt Leondaris. Er reiche gut 15 Meter nach Norden unter der Elisabethstraße hindurch und solle sicherstellen, dass der Tunnelbohrer auf seinen ersten Metern von oben gut geschützt ist.
An der Wand am Nordende ist das Ausmaß des späteren Tunnels bereits zu erahnen: Rohre und Striche markieren einen Halbkreis, der die Größe der Tunnelbohrmaschine andeutet, die einen Durchmesser von neuneinhalb Metern haben wird.
Bis das 50 Meter lange Gerät im November über den Rhein angeliefert, über einen Kran in Einzelteilen in die Grube gehievt und dort zusammengesetzt werden kann, muss jedoch noch reichlich Erdreich bewegt werden - schließlich soll der Schacht noch einige Meter tiefer werden.
19.000 Kubikmeter wurden bisher aus der Grube geholt, bis zur Fertigstellung des Schachts im Oktober sollen es dann 25.000 Kubikmeter sein - das entspricht etwa 2000 Lkw-Ladungen.
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