Düsseldorf: Ulrike Groos geht nach Stuttgart
zuletzt aktualisiert: 01.03.2009 - 16:10Mit einem weinenden Auge verlässt sie Düsseldorf und bricht zu neuen Taten nach Stuttgart auf, um sich als Direktorin eines Kunstmuseums anderen Aufgaben zu widmen und einen persönlichen Traum zu erfüllen.
Endlich einmal ein Kunsthaus leiten, das eine eigene Sammlung besitzt. Das war für sie der Anreiz, das geliebte Rheinland und die Kunstszene Düsseldorfs zu verlassen. Ulrike Groos heißt also die neue Direktorin des Kunstmuseums Stuttgart, das wurde am Wochenende bekannt und von der Stadt Stuttgart inzwischen bestätigt.
Seit 2002 leitet die 45-jährige Kunst- und Musikwissenschaftlerin die Kunsthalle Düsseldorf und trat dort unter anderem mit einer großen Schau zum Werk von Blinky Palermo hervor. Auch in der Region Stuttgart hat Groos bereits Fäden geknüpft, leitet sie doch die 11. Triennale Kleinplastik in Fellbach. Ob sich die Arbeit für die im Sommer 2010 stattfindende Triennale mit der neuen Aufgabe verbinden lässt, wird sich wohl erst zeigen. Ungeklärt ist ebenso, wann Ulrike Groos in Stuttgart beginnen könnte.
Zum 1. Oktober wechselt Kunstmuseumschefin Marion Ackermann bekanntlich als Direktorin der dortigen Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf, und von 1. April an, so hoffte sie, würde sie bereits hälftig in Düsseldorf arbeiten können. "Ich würde gern das Ausstellungsjahr in Düsseldorf zu Ende machen", sagt Ulrike Groos, die zur Zeit mit der "Sonic Youth"-Ausstellung ein junges Publikum anspricht und zum Jahresende noch ihre große Asstellung zur Eat Art machen möchte.
Anfang der kommenden Woche bereits sollen die von Stuttgarts Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann geführten Verhandlungen abgeschlossen werden. Ihr Interesse hat Groos am Wochenenende noch einmal unterstrichen. "Weil das Kunstmuseum Stuttgart wegen seiner Sammlung und als Standort hervorragend ist", will sie die Ackermann-Nachfolge übernehmen. Eine Indiskretion in Düsseldorf hatte Groos am Samstag in Erklärungsnot gebracht – und so betont sie denn auch zugleich: "Noch ist der Vertrag aber nicht unterschrieben".
International war Ulrike Groos unter anderem 2006 für den deutschen Beitrag zur Biennale von Sao Paulo verantwortlich, sie gilt als hervorragend vernetzt und scheut sich doch nicht, die Kunstszene immer mal wieder davor zu warnen, nur die eigenen Themenfelder zu sehen. Für das in der Neuen Musik bestens positionierte Stuttgart deshalb nicht uninteressant: Groos ist auch Musikwissenschaftlerin.
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