Shopping-Center an der Kö: Umbau des Sevens beginnt
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 19.01.2011 - 07:16Düsseldorf (RPO). Das Shopping-Zentrum an der Königsallee wird völlig umgestaltet und bekommt eine größere, hellere und ansprechendere Halle. Saturn belegt künftig fünf Etagen. Philippe Plein eröffnet seinen ersten deutschen Luxus-Store.
Das Sevens an der Königsallee ist als Standort für international bekannte Mode begehrt – wenn das Kaufhaus erst einmal umgebaut und seine dunkle, technisch anmutende Gestaltung vergessen gemacht ist. Den Beweis lieferte Uwe Reppegather, Gesellschafter der Sevens-Miteigentümerin Centrum-Gruppe: "Der Modedesigner Philippe Plein wird im neuen Sevens seinen ersten Luxusstore Deutschlands eröffnen", kündigte er bei der Vorstellung des Umbaus an, mit dem gerade begonnen wird.
Mit seiner luxuriösen und zugleich trendigen Mode passe Philippe Plein gut in das neue Konzept von Sevens – einer interessanten, abwechslungsreichen Mischung verschiedener Läden mit hochwertigen Angeboten im Erdgeschoss, mit Restaurants im Untergeschoss und einem deutlich vergrößerten Saturn-Kaufhaus, das von der ersten bis zur fünften Etage reichen wird.
Dieses Konzept ist die Antwort auf die Schwierigkeiten, die das Sevens seit seiner Eröffnung vor gut zehn Jahren hatte. Kunden kritisierten das komplizierte System der Rolltreppen, lange Wege zu Geschäften und überlastete Aufzüge. Inhaber von Läden, die abseits lagen, klagten über fehlende Kunden. "Das zeigt, dass das Konzept eines Shopping-Zentrums mit übereinander liegenden Malls nicht funktioniert", sagt Reppegather.
Deshalb wird das Sevens ein völlig neues Aussehen bekommen. "Der niedrige, dunkel und verschachtelt wirkende Eingangsbereich des Sevens soll zwei Etagen hoch, hell, elegant und damit zu einem Blickfang werden", erklärt Thomas Doerr, Geschäftsführer von Corus-Centermanagement, das das Sevens betreibt. Der offene Blick auf Geschäfte sei nötig, um Kunden aufmerksam zu machen. Deshalb werden auch die Galerie-Umgänge der ersten und zweiten Etage entfernt, "weil sie den Blick verstellen", so Doerr. Ebenso wie die Rolltreppen direkt hinter dem Eingang. "Sie werden deshalb im hinteren Bereich der Halle verlegt und bieten Kunden eine gute Orientierung", so Doerr. Nur die Rolltreppen ins Untergeschoss blieben.
Der angenehme Nebeneffekt: Die Halle ist größer. Die neue Weitläufigkeit hebt das Architekturbüro RKW, das den Umbau geplant hat, durch die freundliche, in weiß gehaltene Gestaltung hervor. Sie prägt bereits den Eingangsbereich mit "einer eigens hergestellten Deckenplatte aus weißem Architekturbeton, die durch ein raffiniertes Lichtkonzept wirkt", erklärte RKW-Gesellschafterin Barbara Possinke. Verwendet würden nur ausgesuchte Materialien wie Naturstein oder Edelstahl für die Säulen. Dem neuen Gestaltungskonzept wird auch die Fassade zur Königsallee angepasst. Die gläserne, dreieckige Spitze wird eingeebnet. Das Haus Steinstraße 11, das in das Sevens einbezogen wird, behält dagegen seine alte Fassade. Und über einen Durchbruch zur benachbarten Kö-Galerie wird intensiv verhandelt. "Eine Verbindung ist attraktiv für die Kunden, weil sie einen Rundgang ermöglicht", so Reppegather.
Völlig neu gestaltet wird auch das Saturn. "Auf den fünf Etagen haben wir künftig knapp 10 000 Quadratmeter statt bisher 5600 Quadratmeter Platz", sagt Saturn-Geschäftsführer Dirk Henckel. Die große Angebotspalette könne sehr viel großzügiger und wirkungsvoller präsentiert werden. So werde der Apple-Shop vergrößert, habe der Bereich Entertainment mehr Platz, werde der digitale Fotobereich ausgebaut. Für das größere Haus würden mehr Mitarbeiter eingestellt.
Die Investitionen für die Neugestaltung und die Einschränkungen beim Verkauf während des Umbaus nimmt Henckel gern in Kauf, "weil der Standort an der Kö sehr gut und das neue Sevens vielversprechend ist". Deshalb haben auch etliche Ladeninhaber ihre Mietverträge verlängert. Reppegather: "Das zeigt das Vertrauen des Handels in das Sevens."
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