Weniger Müll, mehr Geld: Umwelt als Gabe und Aufgabe
VON STEPHANIE SCHOLZ - zuletzt aktualisiert: 26.08.2005 - 16:10Düsseldorf (dto). Die Schüler der Katholischen Grundschule Essener Straße sind begeistert von Mülltrennung. Seit drei Jahren sammeln und sortieren sie schon fleißig ihren Abfall und konnten den Restmüll um mehr als 70 Prozent reduzieren. Dieses Jahr setzten sie noch einen drauf und verfassten einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht, als erste Grundschule in Deutschland.
Vor drei Jahren ist die Schule eher zufällig zu dem Projekt „Umwelt als Gabe und Aufgabe“ gekommen. „Ich habe in meiner damaligen vierten Klasse ein Unterrichtsprojekt zum Thema Müll gemacht“, erzählt Lehrerin Annemie Siemes. Im Rahmen dieses Projektes hat die Klasse dann eine Woche lang ihren Müll getrennt, gesammelt und festgestellt, dass 87 Prozent der Abfälle wiederverwertbar waren.
Aus dieser Erkenntnis haben die Schüler gelernt. In diesem Jahr konnten sie den wöchentlichen Restmüll von 2.200 Liter auf 660 Liter reduzieren. Die engagierte Pädagogin zögerte nicht lange und meldete ihre Schule für das Schulverwaltungsprojekt „50:50“ an. 50 Prozent der Kosten, die die Stadt durch die eigenständige Mülltrennung der Schüler spart, fließen nun in die Kassen der Schule. „Das sind 1.350 Euro pro Jahr“, berichtet Siemes stolz. Um die Erfolge der Schule zu dokumentieren, schrieb sie gemeinsam mit ihren Schülern den Nachhaltigkeitsbericht. Er dokumentiert die Erfolge und vor allem die Ziele der Schule.
Die Schüler scheinen auch noch nach drei Jahren nicht die Lust an Mülltrennung verloren zu haben. Unter ihnen werden Müllwächter ernannt, die auf dem Schulhof für Ordnung sorgen sollen. „Insgesamt ist das Umweltbewusstsein der Kinder deutlich gestiegen“, berichtet Siemes und erzählt von einem Waldspaziergang. Als ein Schüler in einem Gebüsch Abfall fand, rief er aus: „Was sollen denn hier die Tiere denken?“.
Nicht nur der Müll wird in der Katholischen Grundschule getrennt. Die engagierten Pädagogen wollen den Schülern auch die Armut in der Welt ins Bewusstsein rufen. Beim „Eine-Welt-Frühstück“ bekommen ein Drittel der Kinder ein reichliches Frühstück und der Rest nur ein halbes Brötchen und ein Glas Wasser. „Das ist Ungerecht!“, beschwerten sich die empörten Schüler. Siemens hofft, dass die Kinder aus dem Projekt lernen und sich weiterhin für eine bessere Welt einsetzen.
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